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Money talks: Larry Fink will Garantien bei neuer Altersvorsorge

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Man of Wallstreet spricht über die Altersvorsorge (AV). Was der Chef des größten Vermögensverwalters Blackrock sagt, ist weder neu noch revolutionär, aber schlüssig. Als größtes Problem sieht Fink die demografische Wende, als Lösung empfiehlt er Bildung und Kooperation von Staat und Wirtschaft. Die neuen Technologien könnten helfen, "die Notwendigkeit  frühzeitiger privater finanzieller Vorsorge zu vermitteln."
Die Welt steht vor einer demografischen Wende. Zwischen 2017 und 2030 soll die Erdbevölkerung im Alter von mindestens 60 Jahren um fast 50 Prozent auf 1,4 Milliarden Menschen wachsen. Dadurch geraten die globalen Pensionssysteme immer stärker unter Druck. Das führe zu Zukunftsangst und heize populistische Stimmungen an, so der Gedankengang Finks. Es können nicht akzeptiert werden, dass aufgrund politischer Lethargie Milliarden Menschen nicht für den Ruhestand gewappnet sind, schreibt der Blackrock-Chef in der FAZ.
Die Probleme
Fink benennt die Gründe für die Probleme in der weltweiten Altersvorsorge. Einerseits wären das zu geringe Ersparnisse sowie fehlender Zugang zu Lösungen. Andererseits wären ungeeignete Anlagestrategien, ein Mangel an garantierten laufenden Erträgen sowie zu niedrige Renten Ursachen für die Fehlentwicklung.
Manche Menschen wären teilweise im Geldmarkt investiert, halten aber zu viele Barmittel. Viele würden nicht investieren, obwohl sie es finanziell könnten, aus Angst oder wegen mangelnder Beratung. Die letzte Gruppe habe keine Ersparnisse oder Vorsorgepläne für den Ruhestand und sei vom Kapitalmarkt ausgeschlossen. Fink bekennt also nicht weniger, als das die privaten Anbieter des Kapitalmarktes nicht für alle Menschen passende Lösungen parat haben.
Um dieses Problem zu lösen, würde die staatliche Rente nicht ausreichen. Die Vermögensverwalter sieht er in der Pflicht, die bestehenden Systeme gemeinsam mit Unternehmen und Regierungen besser zu gestalten. Neue Angebote bräuchten insbesondere Menschen, die "neben der staatlichen Rente bislang keinen Zugang zu betrieblicher oder privater Altersvorsorge haben". Das klingt eher nach Sahra Wagenknecht als nach dem Boss des größten Vermögensverwalters.
Sicherlich wird Fink durch eine Ausweitung der privaten AV insbesondere eine größere Kundengruppe für Blackrock im Sinn haben, aber das macht den Vorschlag nicht falsch.
Für Fink ergeben sich bei allen Unterschieden der Rentenvorsorgesysteme weltweit ähnliche Probleme. Eine Melange aus längerer Lebenserwartung, schwacher gesetzlicher Rente und einer zu geringen Anlagequote schwäche die staatlichen Systeme.
Die Lösung?
Bei der Lösung des Problems setzt Fink auf die finanzielle Bildung, um ein breiteres Verständnis für die Altersvorsorge zu wecken. Zudem sollten die öffentliche und private Vorsorgesysteme "überdacht werden, so dass mehr Menschen davon profitieren".
Zudem müssten Prozesse vereinfacht werden, beispielsweise durch die "automatische Teilhabe an betrieblicher und privater Vorsorge" oder mittels automatischer Beitragssteigerungen. Alle Garantie-Skeptiker müssen beim nächsten Zitat sicher schlucken. Für eine bessere Altersvorsorge empfiehlt Fink neue Lösungen, "für die Anspar- und Auszahlphase, die auf flexiblen und transparenten Produkten mit garantierten Erträgen fußen." (vwh/mv)
Altersvorsorge · BlackRock · Larry Fink
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