Unternehmen & Management

Hanse Merkur sieht sich auf solidem Fundament

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"2017 war ein sehr erfolgreiches Jahr, aber es war ein schwieriges Umfeld", konstatierte Eberhard Sautter, Vorstandsvorsitzender der Hanse Merkur, zu Beginn der diesjährigen Bilanz-Pressekonferenz. "Die Hansemerkur hält, was sie sagt", betonte er, "sie wächst ertragreich und steht sehr solide da." Das zeigte sich zum einen an einem Plus von 1,3 Prozent beim Neugeschäft.
Allerdings trugen dazu weniger die Bereiche Gesundheit & Pflege sowie Risiko- & Altersvorsorge bei, hier gab es Rückgänge von 1,2 und 4,0 Prozent. Zuwachsraten von 6,7 und 11,2 Prozent erzielten dagegen die Geschäftsfelder Reise & Freizeit und Schaden & Unfall. Bei der Risiko- und Altersvorsorge seien die Einmalbeiträge planmäßig runtergefahren worden, und zwar von 66 auf jetzt 40 Mio. Euro.
"Ich bin froh, dass es uns gelungen ist, in allen Bereichen nach laufenden Beiträgen zu wachsen", so Sautter. Sie erhöhten sich im Bereich Gesundheit & Pflege um 7,0 Prozent auf 1.463 Mio. Euro, bei der Risiko- und Altersvorsorge um 0,7 Prozent auf 181 Mio. Euro, bei Reise & Freizeit um 4,8 Prozent auf 224,5 Mio. Euro und bei Schaden & Unfall um 16.4 Prozent auf 68 Mio. Euro. Voll Stolz verwies Sautter darauf, dass die Krankenvollversicherung seiner Unternehmensgruppe entgegen dem Trend um 4.449 Versicherte auf jetzt 249.000 Personen zugelegt hat.
Bei den Zusatzversicherungen gab es ein Plus von 13.985 Versicherte auf jetzt 1.224.000 Kunden. Die Zehn-Millionen-Grenze beim Kundenbestand, die Ende 2017 noch knapp verfehlt wurde, ist mittlerweile überschritten worden. 7,1 Millionen entfallen dabei auf die Brillenversicherung über die Optikergruppe Fielmann.
Die solide Basis der Unternehmensgruppe beruht vor allem auf einem guten Kapitalanlagenergebnis trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase. Der Anlagenbestand im Konzern erhöhte sich um 546 Mio. Euro auf 8.045 Mio. Euro, die Netto-Kapitalerträge wuchsen um 13 Mio. auf 406 Mio. Euro, bei einer Nettoverzinsung von 4,7 Prozent. Hier sind allerdings Sondereffekte bei einer Immobiliengesellschaft eingerechnet, so Sautter, ansonsten würde sie bei 4,3 Prozent liegen. Das Eigenkapital erhöhte sich um 74,8 Mio. auf 500,8 Mio. Euro.

Versicherungsgruppe "auf dem Digitalisierungstrip"

Bei der Erfüllung der Eigenmittelanforderungen sieht Sautter deshalb die einzelnen Unternehmen seiner Gruppe gut gerüstet – Solvency II macht ihm ebenso wenig Angst wie die Digitalisierung. "Die Hanse Merkur ist seit 15 Jahren auf dem Digitalisierungstrip", stellte er fest – "wir haben unsere Aufgaben rechtzeitig gemacht." Man müsse akzeptieren, dass ein Versicherer gleichzeitig ein "unheimlich komplexer IT-Konzern" sei und der Wandel nun einmal dazugehöre. "Früher hat der Versicherungsvertreter das Geld an der Haustür einkassiert“, erinnerte er sich, "und wir hatten riesige Schreibpools."
Diese Arbeitsplätze seien längst weggefallen, trotzdem sei die Zahl der Mitarbeiter kontinuierlich auf jetzt 2.159 angewachsen. Das sei auch eine Folge der zunehmenden rechtlichen Vorschriften, zum Beispiel im Bereich Compliance, wo 2017 erstmals eine Nachhaltigkeitsberichterstattung vorgeschrieben war. Und auch hier gilt: "Nachhaltiges Wirtschaften bietet Chancen", wie es im Bericht heißt, man wolle "perspektivisch aus der Pflicht eine Kür machen." (sgk)
Hanse Merkur · Eberhard Sautter
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