Politik & Regulierung

Zahl der Wohnungseinbrüche geht deutlich zurück

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im vergangenen Jahr in Deutschland deutlich gesunken. Dies geht aus der bislang unveröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für 2017 hervor, die der Welt am Sonntag vorliegt. Demnach ist die Zahl bundesweit um 23 Prozent auf 116.540 Fälle gesunken. Die Aufklärungsquote stieg leicht auf 17,8 Prozent (2016: 16,9 Prozent).
Den stärksten Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen verzeichnete dabei laut Statistik Rheinland-Pfalz mit 28,3 Prozent auf 4.834 Fälle. Dahinter folgen Nordrhein-Westfalen mit 39.057 Fälle und einem Minus von 25,7 Prozent sowie Baden-Württemberg mit 8.437 Fälle und einem Rückgang von 24 Prozent. Schlusslicht ist hingegen Berlin mit einem Minus von 2,9 Prozent auf 8.211 Fälle.
Allerdings wird in der Bundeshauptstadt der Einbruch in Villen und Einfamilienhäuser (minus 1,8 Prozent auf 3.296 Fälle) gesondert ausgewiesen. Gleichzeitig meldete die Hansestadt Hamburg mit einem Rückgang von 23,2 Prozent auf 5.769 Fälle ein Zehn-Jahres-Tief bei den Wohnungseinbrüchen.

Weniger Gewaltdelikte und mehr Drogenkriminalität

Auch bei der gemeldeten Gewaltkriminalität verzeichnen die Behörden einen Rückgang um 2,4 Prozent auf 188.946 Fälle. Davon handelt es sich in 137.058 Fällen um gefährlicher und schwerer Körperverletzung (minus 2,1 Prozent). Demgegenüber ist die Zahl der Morde um 3,2 Prozent auf 785 Fälle gestiegen. Außerdem nahm der Widerstand gegen Polizisten laut Statistik um 5,4 Prozent.
Demgegenüber ist die Zahl der Drogendelikte laut Statistik deutlich um 9,2 Prozent auf mehr als 330.000 Fälle gestiegen. Dabei verzeichneten die Behörden bei Cannabis ein Plus von zwölf Prozent auf 204.000 Fälle, sowie bei Kokain und Crack ein Anstieg um 18,7 Prozent auf 19.644 Fälle. Bei Heroin verzeichnete das BKA ein Plus von 2,6 Prozent auf 11.972 Fälle. Auch die Verbreitung von Pornografie (10.066 Fälle, plus 12,9 Prozent) und Kinderpornografie (6512 Fälle, plus 14,5 Prozent) nahm zu.
Die Gesamtaufklärungsquote stieg laut Bericht bundesweit leicht auf 57,1 Prozent. Die Zahl der Tatverdächtigen sank um 10,5 Prozent auf 2,11 Millionen. Davon besaßen 736.265 Menschen keine deutsche Staatsbürgerschaft, was einem Rückgang von 22,8 Prozent entspricht. Darunter befanden sich laut PKS insgesamt 300.680 Zuwanderer (minus 40,8 Prozent).

München ist die sicherste Stadt Deutschlands

Im deutschen Städtevergleich gilt München laut Statistik derzeit als sicherste Stadt der Bundesrepublik, wo die Behörden 6.627 Straftaten pro 100.000 Einwohner (insgesamt 97.035) und damit einen Rückgang von 15,6 Prozent gegenüber 2016 registrierten. Auf den weiteren Plätzen folgen Augsburg (7.217 Straftaten pro 100.000 Einwohner - insgesamt 20.899) und Oberhausen mit 7.792 Straftaten pro 100.000 Einwohner (insgesamt 16.470).
Die meisten Straftaten registrierten die Behörden jedoch in Frankfurt am Main mit 14.864 Straftaten pro 100.000 Einwohner (insgesamt 109.458), gefolgt von Hannover mit 14.616 Straftaten pro 100.000 Einwohner (insgesamt 77.886) und Berlin mit 14.558 pro 100.000 Einwohner (insgesamt 520.436). So ist das Risiko, in der Mainmetropole Opfer einer Straftat zu werden, 2,2mal höher als in der bayerischen Landeshauptstadt.
Zudem verzeichneten die Behörden in fast allen aufgeführten Städten einen Rückgang der Straftaten. In der sächsischen Landeshauptstadt stieg die Zahl der Delikte hingegen um 33,7 Prozent auf insgesamt 78.410 Straftaten (14.330 pro 100.000 Einwohner). Grund dafür ist die Pleite des Finanzunternehmens Infinus AG. Dabei sollen 40.000 Anlegerdurch gewerbsmäßigem Bandenbetrug um über eine Milliarde Euro geprellt worden sein. "Aufgrund des Firmensitzes in Dresden werden damit 23.626 Fälle statistisch der Polizeidirektion Dresden zugeschrieben", betont der Dresdener Polizeipräsident Horst Kretzschmar.
Zusammengefasst gehen die Polizeibehörden im vergangenen Jahr von insgesamt 5,76 Millionen Straftaten aus. Dies entspricht gegenüber 2016 einem Rückgang um 9,6 Prozent oder um 610.542 Straftaten. Die PKS 2017 soll am 8. Mai 2018 von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, Holger Stahlknecht (CDU), in Berlin vorgestellt werden.

Weniger gesprengte Geldautomaten - Höhere Schäden

Nicht in der Statistik erfasst sind hingegen besonders schwere Fälle des Diebstahls aus Geldautomaten. So verzeichnete das BKA im Phänomenbereich "Sprengung von Geldautomaten" 268 Fälle. Gegenüber dem Vorjahr (318 Fälle) ist damit ein Rückgang der Fallzahl um 16 Prozent zu verzeichnen. In 129 Fällen (48 Prozent) gelangten die Täter an Bargeld, in 139 Fällen (52 Prozent) blieb es beim versuchten Diebstahl.
In 212 Fällen (2016: 198 Fälle) führten die Täter eine Explosion herbei. In 55 Fällen wurde die beabsichtigte Sprengung nicht ausgelöst und es bleib beim Versuch. Der regionale Schwerpunkt lag laut BKA erneut in Nordrhein-Westfalen mit 92 Fällen, gefolgt von Hessen (37 Fälle), Niedersachen (24 Fälle) und Rheinland-Pfalz (23 Fälle).
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr laut 93 Personen im Zusammenhang mit Sprengungen von Geldautomaten festgenommen (35) oder zumindest als dringend tatverdächtig identifiziert (58). Der größte Anteil stammte mit 46 Personen aus den Niederlanden.
Gleichzeitig nahm verzeichneten die Behörden im letzten Jahr einen neuerlichen Anstieg der Skimming-Fälle um 35 Prozent auf 499 (2016: 369). Zudem waren waren insgesamt 223 Geldautomaten von Mehrfachangriffe betroffen, einem Anstieg von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2016: 159). Die meisten Straftaten verzeichneten die Behörden demnach in Berlin (287 Fälle), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (70 Fälle) und Hamburg (53 Fälle). Die Schadenshöhe stoeg um 15 Prozent auf 2,2 Mio. Euro. (vwh/td)
Bildquelle: Allianz
Wohnungseinbrüche · PKS · Kriminalittät · Kriminalitätsstatistik
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