23.04.2018Märkte & Vertrieb

Sperrung der Rheintalbahn kostet zwei Mrd. Euro

Von VW-RedaktionVW heute
Die Sperrung der Rheintalstrecke bei Raststatt im vergangenen Jahr hat einen Schaden von mehr als zwei Mrd. Euro verursacht. Dies geht aus einer Studie der Hanseatic Transport Consultancy (HTC) hervor, welche der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt. Die Deutsche Bahn selbst will hingegen noch keine Zahlen zu den Schäden nennen.
Laut Studie entfällt mit einer Summe von 969 Mio. Euro der größte Teil der Wertschöpfungsverluste auf Unternehmen der Schienenlogistik. Bei Verladenden und produzierenden Unternehmen belaufe sich der Schaden auf weitere 771 Mio. Euro. Sonstige Wertschöpfungsverluste fallen mit rund 308 Mio. Euro zu Buche.
Dabei ging HTC von der Annahme aus, dass durchschnittlich 162 Güterzüge die Strecke jeden Tag befahren. Allein während der Sperrung seien zwei Drittel davon entfallen. Zudem habe die Sperrung das Wachstum in der Bahnlogistik geschwächt und Vertrauen erschüttert, heißt es weiter. Auftraggeber der Studie sind drei Unternehmensvereinigungen, darunter das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE).
Die Rheintalstrecke bei Raststatt gilt als wichtige Nord-Süd-Verbindung und war vom 12. August bis zum 2. Oktober vergangenen Jahres gesperrt, nachdem Wasser und Erdreich in den Tunnel der Neubaustrecke unterhalb der bestehenden Bahnlinie eingedrungen waren. Während dieser sieben Wochen waren Tausende Züge ausgefallen oder mussten umgeleitet werden.
Bereits Ende September 2017 hatten mehrere Unternehmen Klage aufgrund der Sperrung "existenzbedrohende Ausfälle" beklagt. Dabei hätten sich die Erlösausfälle und Mehrkosten bei Umleitungen nach Schätzungen des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen (NEE) allein für die Bahn-Unternehmen im Güterverkehr auf rund 100 Mio. Euro summiert.
Allerdings läuft bis Ende des Jahres ein Schlichtungsverfahren zwischen der Deutschen Bahn und den betroffenen Transportunternehmen, um langwierige Gerichtsprozesse zu vermeiden. Außerdem verzögert sich das gesamte Tunnelbauprojekt voraussichtlich um zwei Jahre und wird Schätzungen zufolge wohl erst 2024 fertiggestellt. (vwh/td)
Bildquelle: Marco Zaremba / PIXELIO (www.pixelio.de)
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