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Museum der ältesten Hagelversicherung der Welt

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das wahrscheinlich kleinste Versicherungsmuseum der Welt kann man während eines Tagesausfluges ins mecklenburgische Neubrandenburg entdecken. Hier wurde im Jahr 1797 die heutige Mecklenburgische Versicherungsgruppe gegründet, damals unter dem Namen "Hagelschadens-Assekuranz-Gesellschaft in den Mecklenburgischen Landen".
Mecklenburgische Landwirte hatten sich zusammengeschlossen, um sich gegenseitig bei Hagelschäden finanziell zu helfen. Schon zwei Jahre später durften auch Nicht-Mecklenburger hier ihre Ernte absichern – der Weg in die Globalisierung war bereitet! 1945 brannte das Gebäude nieder. Deshalb und auch wegen der sich abzeichnenden politischen Entwicklungen im Osten Deutschland wurde der Firmensitz nach Hannover verlegt, wo er sich heute noch befindet. Nach der Wende bekam Neubrandenburg aber einen amtlichen zweiten Firmensitz zurück.
Das Museum ist ein echtes Kuriosum. Wenn man entlang der mehrere Kilometer langen und sehr gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer Neubrandenburgs schlendert, stößt man in regelmäßigen Abständen auf sogenannte Wiekhäuser, die in die Mauer integriert sind. Ursprünglich waren das Verteidigungsbauten mit Schießscharten, die nach dem Dreißigjährigen Krieg im 17. Jahrhundert teilweise in einfache Behausungen für die Armen der Stadt umgebaut wurden. In einem dieser kleinen Fachwerkbauten findet der interessierte Besucher denn auch das Museum der Mecklenburgischen. Allerdings sind es wohl nicht mehr die originalen Häuschen, sondern sie wurden in den 70er Jahren nach dem Vorbild norddeutscher Fachwerkbauten neu errichtet. Ob alt oder nicht – sie sind schon von außen ein echter Hingucker. Und aufgrund ihrer Geschichte wohl auch ein Symbol für den Sicherheitsgedanken, der Versicherungen zugrunde liegt.

Es gibt noch mehr zu sehen

Im Inneren des Wiekhauses Nummer 25 in der 3. Ringstraße – die Stadtmauer mit ihren vier Toren ist komplett erhalten und kann auf vier Ringstraßen begangen werden – steht man dann staunend im winzigen Eingangsbereich des Museums. Dass hier tatsächlich Menschen gelebt haben sollen, kann man sich bei der Enge kaum vorstellen. Eine beachtliche Sammlung an Versicherungsschildern bildet den Mittelpunkt.
Eine steile Treppe führt ins erste Geschoss, wo es weitere Exponate zu sehen gibt, die vom Alltag in Versicherungsunternehmen der Vergangenheit berichten. Eine Mitarbeiterin beantwortet gern Fragen. Eine Kasse sucht man umsonst, da der Eintritt frei ist. Für Besucher aus der ehemaligen DDR – und vielleicht auch für andere – sind vor allem die Pappen mit aufgeklebten Versicherungsmarken der "Staatlichen Versicherung der DDR" interessant und wecken Erinnerungen an ganz früher. In einer zweiten, ebenso winzigen Etage ist Interessantes aus der 220jährigen Firmengeschichte der Mecklenburgischen zu erfahren.
In jedem Fall ist das kleine Museum ein Geheimtipp, das bei einem Neubrandenburg-Besuch unbedingt mitgenommen werden sollte. Übrigens: Die Mecklenburgische Versicherungsgruppe ist die älteste private, überregionale deutsche Versicherung und die älteste noch existierende Hagelversicherung der Welt. (epo)
Bildquelle: epo
Landwirtschaft · Mecklenburgische Versicherungsgruppe · Museum
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