Politik & Regulierung

Geschäftsklima der Versicherer hellt sich deutlich auf

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das Geschäftsklima der deutschen Versicherer hat sich gemessen am Ifo-Index im Winter 2017 deutlich aufgehellt. Demnach schätzen die deutschen Versicherer die aktuelle Geschäftslage deutlich besser ein als noch im Herbst 2017. So stecke hinter den gestiegenen Erwartungen vor allem eine vergleichsweise optimistische Bewertungen in den einzelnen Sparten, heißt es in der neuen Ausgabe Konjunktur und Märkte des Branchenverbandes GDV.
Dabei werde das Stimmungsbild vor allem durch zwei gegenteilige Einflüsse geprägt: So stöhnen die Versicherer in Deutschland zwar weiterhin über die niedrigen Zinsen und die hohen regulatorischen Vorgaben. Andererseits wirken sich der kräftige wirtschaftliche Aufschwung und der digitale Wandel positiv auf die Geschäftstätigkeit aus, heißt es in der Analyse weiter. Zudem würden sich den Unternehmen durch neue Geschäftsfelder neue Chancen für das Versicherungsgeschäft bieten, heißt es beim Branchenverband weiter.
Ein unterschiedliches Bild zeichnet sich laut GDV vor allem in der Lebensparte. So bewerten die Lebensversicherer die aktuelle Geschäftslage zwar zunehmend positiver. Allerdings zeichnen 51 Prozent der Unternehmen ein zufriedenstellendes Bild, 14 Prozent der befragten Versicherer sprechen hingegen von einer eingetrübten Geschäftslage.
Unterschiedliche Bewertungen gibt es zudem auch in den unterschiedlichen Produktsegmenten. Während das Geschäftsklima in der fondsgebundenen Lebensversicherung weiterhin am freundlichsten (+44,7) ist, blieb die Stimmung in den klassischen Renten- und Kapitallebensversicherungen unverändert deutlich negativ (-26,0 bzw. -48,2).
In der privaten Krankenversicherung bewegt sich das Geschäftsklima in der Branche weiterhin auf einem hohen Niveau (+19,4). Zudem habe sich auch die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage weiter verbessert (+21,6), heißt es in der Analyse des Branchenverbandes weiter. Ausschlaggebend sei dafür vor allem das Geschäft mit den Krankenvollversicherungen (+4,1 -nach -23,7). Auch die Geschäftserwartungen der privaten Krankenversicherer bleiben laut GDV auf weiterhin hohem Niveau.
Leicht zurückgegangen ist das Geschäftsklima hingegen in der Schaden- und Unfallsparte (+18,4 nach +20,1). Allerdings geht eine breite Mehrheit von 70 Prozent der deutschen Versicherer in diesem Jahr weiterhin von einer günstigen Entwicklung bei den Prämieneinnahmen aus. Lediglich 26 Prozent rechnen mit einem gleichbleibenden Ergebnis, vier Prozent der Kompositversicherer rechnet gar mit einem Beitragsrückgang.
So erwarten 68 Prozent der Versicherer in diesem Jahr steigende Beitragseinnahmen in der privaten Sachversicherung, dicht gefolgt von der Kraftfahrtversicherung (64 Prozent), der Unfallversicherung (58 Prozent) wie auch der Haftpflichtversicherung (62 Prozent). Ähnliches gilt laut Branchenverband auch für die Nicht-Private Sachversicherung (61 Prozent).
In der Rechtsschutzversicherung erwarten 48 Prozent der Versicherungsunternehmen ein Beitragswachstum in diesem Jahr. Zudem erwartet die Mehrheit der befragten Unternehmen für die Kfz-Versicherung im Neugeschäft und im Bestand in den nächsten zwölf Monaten entsprechende Tarifanpassungen. (vwh/td)
Bildquelle: fotoART by Thommy Weiss / PIXELIO (www.pixelio.de)
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