Köpfe & Positionen

Swiss Re prüft "einige Projekte mit Softbank"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wenn die Aktionäre der Swiss Re am morgigen Nachmittag in Zürich zur Hauptversammlung zusammenkommen, wird vermutlich auch über eine mögliche Beteiligung der Softbank am Schweizer Rückversicherer diskutiert. Walter Kielholz, Verwaltungsratspräsident der Swiss Re, zeigte sich zumindest offen für eine Kooperation: "Wir prüfen mit Softbank einige Projekte".
"Falls unsere Gespräche zu einem positiven Abschluss kommen, was derzeit noch ungewiss ist, würden wir gleichsam als Teil des erweiterten Softbank-Universums verschiedene Kooperationsmöglichkeiten evaluieren. Diese sollen natürlich für beide Seiten von Nutzen sein, gerade im Bereich der Digitalisierung", konstatiert der Verwaltungsratschef des Schweizer Rückversicherers gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ).
Gleichzeitig schloss er Kapitalerhöhung kategorisch aus, um neue Aktien an den japanischen Tech-Konzern abzutreten. "Wir brauchen kein Geld. Es wäre doch widersinnig, ein Aktienrückkaufsprogramm zu lancieren und gleichzeitig neue Aktien auszugeben. Wenn sich Softbank an der Swiss Re beteiligen will, steht die Möglichkeit offen, Titel über die Börse zu kaufen, betont Kielholz.
Konkrete Kooperationsmöglichkeiten wollte er hingegen nicht nennen. "Das ist derzeit noch verfrüht, warten wir erst ab, was die Gespräche ergeben. Dann starten wir gegebenenfalls gemeinsame Unternehmungen und Projekte. Und dann schaut man, wie sie funktionieren". Auch zu zeitlichen Vorgaben vermochte Kielholz keine Aussage zu treffen: "Die Tech-Welt und die Versicherungswelt sind mit zwei unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterwegs. Wir nehmen an einem Langstreckenrennen teil, die anderen an einem Sprint".
Wesentlich mehr Sorgen macht ihm hingegen die Cyberrisiken. "Ich bin der Meinung, als Gesellschaft und als Branche kriegen wir diese im Moment nicht unter Kontrolle. Und darum bin ich sehr zurückhaltend, das Geld der Aktionäre hier einzusetzen. Kriege haben sich teilweise vom Schlachtfeld in die Computerwelt verlagert. Dort haben sie sogar das noch größere Potenzial, die Infrastruktur eines Gegners nachhaltig zu schädigen. Ich sehe nicht, wie wir als Rückversicherer solche Risiken ohne staatliche Mithilfe decken könnten" erläutert Kielholz.
Auch der Klimawandel ist nach Ansicht des Verwaltungsratsvorsitzenden der Swiss Re "ein großes Thema". Aber: "Eine nach oben zeigende Trendlinie mit großen Stürmen würde ich eigentlich noch nicht sehen. In den sechziger und siebziger Jahren gab es eine Phase mit einer unglaublich tiefen Schadenfrequenz. Der große Unterschied ist, dass damals die Küsten wenig bewohnt waren und sich die Weltbevölkerung inzwischen verdoppelt hat. Hinzu kam noch die Urbanisierung. Und wo liegen die Städte heute? Am Wasser." (vwh/td)
Bild: Walter Kielholz (Quelle: Swiss Re)
Swiss Re · Rückversicherer · Walter Kielholz
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