Märkte & Vertrieb

"Datenschutz? Das macht bestimmt jemand anderes"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Ignorantia iuris nocet - Unkenntnis schützt nicht vor Strafe". Das Zitat sollten sich die deutschen Mittelständler gut einprägen. Denn gut einen Monat vor dem Start des neuen EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist jedes zweite mittelständische Unternehmen in Deutschland diesbezüglich noch völlig planlos, konstatiert eine Forsa-Umfrage im Auftrag des GDV.
Stolze 36 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) haben von den neuen Regeln noch nicht einmal etwas gehört. Ein Fünftel weiß zwar davon, bisher aber noch nichts übernommen. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. Nur jeweils 22 Prozent der KMU haben sich vorbereitet oder wollen noch Änderungen umsetzen.
"Die Mehrheit der kleinen und mittleren Unternehmen nimmt den Datenschutz immer noch auf die leichte Schulter", sagt Peter Graß, Cyberversicherungsexperte des GDV. So fehlten oft Regeln zum Umgang mit sensiblen Informationen, auch die IT-Technik sei häufig lückenhaft. "Ohne ausreichende Schutzvorkehrungen drohen den Unternehmen hohe wirtschaftliche Schäden, etwa infolge von Cyberangriffen oder aufgrund staatlicher Bußgelder."
Am 25. Mai 2018 läuft die zweijährige Übergangsfrist seit Inkrafttreten der DSGVO aus. Ab dann gelten für alle Unternehmen mit Niederlassung in der EU und Kunden- oder Mitarbeiterdaten verarbeiten, strengere Informationspflichten und Meldeanforderungen bei Datenpannen. Bei Verstößen drohen den Firmen, unabhängig von der Größe, höhere Strafen und erweiterte Schadenersatzansprüche. In der Praxis dürfte laut GDV so gut wie jeder Betrieb von der Verordnung betroffen sein. (vwh/mv)
Bild: Datenschutz (Quelle: Thorben Wengert / www.pixelio.de / PIXELIO)
GDV · Cyber-Sicherheit · Datenschutzrecht · KMU
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