Politik & Regulierung

Beihilfereform in Thüringen: Auf leisen Sohlen kommt die Bürgerversicherung

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Nach Hamburg prüft jetzt Thüringen eine neue Art der Beamtenversorgung. "Ich finde, unsere Beamtinnen und Beamten sollten eine echte Wahlfreiheit erhalten", sagt Thüringens Finanzministerin Heike Taubert (SPD). Auf die Frage, ob es ein Einstieg in die Bürgerversicherung sei, sagte sie: "Es ist ein Anfang". Das angedachte Modell in Thüringen ähnelt dem Hamburger Modell.
Die Beamten sollen wählen können, ob sie in der Krankenversicherung das klassische Modell mit Beihilfe und privater Versicherung möchten oder ob sie einen Zuschuss des Arbeitgebers zu gesetzlichen Versicherung präferieren. Zu den Kosten sagt Taubert gegenüber der Thüringer Allgemeine: "Ich gehe davon aus, dass die Kosten des Landes zunächst mal ansteigen werden. Je nachdem, wie viele sich dafür entscheiden. Ich kalkuliere bei den Mehrkosten grob mit einer Zahl im einstelligen Millionenbereich."
GKV auf lange Sicht günstiger?
Die höheren Kosten sind aber nur ein Seite der Medaille, auf lange Sicht soll gespart werden: "Wir müssen den längerfristigen Effekt in den Blick nehmen. Die Kosten für die älteren Beamten dürften im Vergleich zum Beihilfesystem spürbar geringer ausfallen. Und auch bei den Ruheständlern, die gesetzlich versichert sind, hat der Freistaat dann keinen Beihilfeaufwand."
Frau Taubert drückt beim Gesetz aufs Tempo. "Mein Ehrgeiz ist es, in Anlehnung an das Hamburger Vorbild zügig zu einem Thüringer Gesetz zu kommen. Und zwar noch vor dem Ablauf dieser Wahlperiode." Diese endet im kommenden Jahr. (vwh/mv)
Bild: Wartburg in Thüringen (Quelle: Bernd Kasper / www.pixelio.de / PIXELIO
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