Köpfe & Positionen

Karsten: "In Deutschland herrscht eine Null-Fehler-Kultur"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Zu den bekanntlich wichtigsten Aufgaben eines Konzernlenkers gehört es, wegweisende Entscheidungen für die Zukunft seines Unternehmens zu treffen. Fehler können dabei verheerende Folgen haben. Denn: "Derzeit herrscht in Deutschland eine Null-Fehler-Kultur, das wird uns aber auf Dauer nicht weiterbringen", glaubt Frank Karsten, Vorstandschef der Stuttgarter Lebensversicherung.
Dabei sei es vielmehr wichtig, "sich diese Fehler einzugestehen und aus ihnen zu lernen", betont der Konzernmanager im Interview mit dem Handelsblatt. Zudem müsse man "als Führungskraft nicht alles selber machen, sondern delegieren lernen – und mir Freiräume schaffen. Das tue ich auch ganz konsequent zweimal im Jahr für zwei bis drei Wochen. Solche Auszeiten sind unverzichtbar – und machbar. Denn jeder ist mal für ein paar Wochen ersetzbar – auch ein Chef", betont Karsten.
Weniger Sorge machen ihm hingegen die digitalen Versicherungs-Startups, in denen er keine ernstzunehmende Konkurrenz sieht. "Das ist ein Thema, das wird seit einigen Jahren stark gehypt – aber schon jetzt gibt es 80 Prozent der Startups nach kurzer Zeit nicht mehr. Die Kernproblematik ist: Mit den meisten unserer Versicherungsprodukte, wie beispielsweise Berufsunfähigkeitsversicherungen oder private Altersvorsorge, setzt sich niemand gerne selbst auseinander", betont Karsten.
Zudem seien die Produkte "extrem komplex und individuell. Das geht nicht mit drei Klicks im Internet. Deshalb braucht man für solche Versicherungen eine kompetente Beratung – und das können und wollen Fintechs nicht leisten", konstatiert der Vorstandschef der Stuttgarter Leben. (vwh/td)
Bild: Frank Karsten (Quelle: Die Stuttgarter)
Stuttgarter Lebensversicherung · Frank Karsten
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