Politik & Regulierung

Risikoreport: Es droht ein neuer Konflikt zwischen den Großmächten

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die aktuellen politischen Disruptionen auf der weltpolitischen Bühne treiben auch den Versicherern zunehmend die Sorgenfalten ins Gesicht. Laut einer aktuellen Analyse des Versicherungsmaklers Aon Risk Solutions ist die Wahrscheinlichkeit für einen Konflikt zwischen den Großmächten derzeit so wie zu Zeiten des Kalten Krieges. Zudem ist die Zahl der Terroranschläge in den westlichen Ländern deutlich angestiegen.
Nach Angaben des Versicherungsmaklers sind derzeit 40 Prozent der Länder auf dem Globus einem Risiko durch Terrorismus und Sabotage ausgesetzt. 60 Prozent der Staaten sind einem Risiko durch Bürgerunruhen ausgesetzt. Zudem sind 33 Prozent der Länder einem besonderen Risiko durch Aufruhr, Krieg oder Staatsstreich ausgesetzt, konstatieren die Experten von Aon Risk Solutions. Einige der Länder mit dem höchsten Risiko weltweit befinden sich im Nahen Osten - allen voran der Irak, Syrien, Jemen und Ägypten.
"Anhaltende landesinterne Konflikte, die Aushöhlung demokratischer Regierungsformen und Korruptionsskandale haben hier zu mehr politischer Gewalt geführt. Und terroristische Gruppierungen wie der IS und Boko Haram missbrauchen die fragilen Institutionen und schwachen Grenzen auf dem Kontinent für ihre Zwecke", konstatiert Silja-Leena Stawikowski, Aon-Expertin für politische Risiken. Zudem hätten "geopolitische Spannungen und schwache internationale Diplomatie zu einem erhöhten Risiko bewaffneter Konflikte beigetragen".
Besonders in Lateinamerika fürchten der Versicherungsmakler im Vorfeld der dortigen Wahlkampfperiode eine Zunahme der politischen Risiken, wodurch tiefgreifende Reformen in Brasilien verzögert und Ängste vor einer Reformumkehr in Mexiko geschürt würden. "Große Länder sind dem Risiko ausgesetzt, dass populistische Regierungen gewählt werden - und kleinere Länder werden von diesem politischen Getöse nicht verschont", betont Aon-Expertin Stawikowski.
Auch der internationale Terrorismus wird nach Ansicht der Aon-Experten zu einem immer größeren Problem. So hat sich die Zahl der Terroranschläge in den westlichen Ländern im Jahr 2017 mit 204 ungefähr doppelt so hoch wie im Jahr 2016 (96). Allerdings blieb die Zahl der Opfer dieser Anschläge in beiden Jahren ungefähr gleich (1.092 im Jahr 2017). Dabei hatte allein die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) im Jahr 2017 in 29 Ländern auf fünf Kontinenten Terroranschläge verübt. Dies ist die gleiche Zahl von Ländern wie im Vorjahr.
Besonders die Tourismuswirtschaft ist für einige terroristische Organisationen ein attraktives Ziel. Im Jahr 2017 gab es weltweit 35 Anschläge auf Ziele, die für die Tourismusbranche von entscheidender Bedeutung waren, wie beispielsweise Hotels und Ferienanlagen, Nachtclubs, die zivile Luftfahrt und Besucherattraktionen. (vwh/td)
Bildquelle: ZDF
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