Politik & Regulierung

Promi-Bonus: Erhalten Politiker schneller einen Arzt-Termin?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Wenn wir zum Arzt gehen, bekommen wir schnell Termine und Chefarztbehandlung selbst dann, wenn wir Kassenpatienten sind.“ Das sagt Ex-SPD Chef und Ex-Außenminister Sigmar Gabriel und wird von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach flankiert: " Ja, es gibt einen Promi-Faktor bei der Vergabe von Facharzt-Terminen.“ Es gibt aber auch Gegenstimmen und sogar bereits Lösungsansätze für die Angelegenheit.
Widerspruch zur Gabriel-These bezüglich der besseren Behandlung von Politpromis kommt aus dem CDU-Lager. Wolfgang Bosbach widerspricht vehement: "Ich bin seit 66 Jahren Kassenpatient, warte wie andere auf Termine. Und werde auch nicht besser behandelt als andere. Vielen Mitgliedern des Bundestags geht es auch so." Der neue Gesundheitsminister Jens Spahn kann und will sich der Diskussion ebenfalls nicht enthalten: "Es ist unfair, wenn Privatpatienten, auch privat Versicherte Politiker, schneller Termine bekommen als der gesetzlich versicherte Otto-Normalpatient." Er hat auch bereits einen Plan und will der Entwicklung mit Terminservicestellen, mehr Sprechstunden und finanziellen Anreizen Einhalt gebieten.
Das Prominente (Politiker) beim Arzt und bei vielen anderen Gelegenheiten Vorteile genießen, dürfte wenig überraschen. Woher Herr Bosbach seine Insiderinformationen bezüglich der KV-Probleme des Bundestags bezieht, bleibt ebenso unklar wie die Frage, warum Herr Gabriel das Thema nicht bereits ansprach, als er sich noch in einer politischen Führungsfunktion befand. (vwh/mv)
Bild: Chefarzt (Quelle: Tim-Reckmann / www.pixelio.de / PIXELIO)
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