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"Die Cyberversicherung hat Potenzial"

Von Tobias DanielTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Cybergefahren gehören jüngsten Umfragen zufolge zu den größten Risiken für Unternehmen weltweit. Aktuellen Statistiken zufolge wurden allein im vergangenen Jahr rund 2,6 Mrd. Daten entwendet oder sie gingen verloren. Gegenüber 2016 entspricht dies einem Zuwachs von rund 88 Prozent, konstatiert BGV-Vorstandschef Heinz Ohnmacht auf dem Versicherungstag der IHK in Karlsruhe.
Für ihn ist jedenfalls klar: Cybercrime "klingt längst nicht mehr nach dem Krieg der Sterne. Es ist längst Wirklichkeit geworden. Die Auswirkungen sind es, die uns als Grüße aus dem Cyberspace spätestens seit dem weltweiten Angriff der Ransomware Wanna Cry dahinter stehen".
So bedeute der Begriff "Digitalisierung nicht nur ungeahnte Chancen, sondern auch ungeahnte Risiken", betont der BGV-Vorstandschef vor dem versammelten Fachpublikum. Dabei ziehe nicht nur ein bekannter Firmenahme oder die Größe einen Hacker an. Vielmehr könne es auch kleine Unternehmen betreffen, "die technologisch interessante Produkte herstellen oder über sensible Personendaten verfügen."
Das Problem dabei: "Die Gefahren werden zwar gesehen, aber dramatisch unterschätzt", betont Ohnmacht. Und dennoch: eine hundertprozentige Sicherheit werde es künftig nicht mehr geben, betont Jörn Müller-Quade vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Denn: "Intelligente und unbekannte Angriffe sind statistisch nicht beherrschbar", konstatiert der IT-Experte.
Dafür nennt Müller-Quade vor allem zwei Gründe: "Zum einen skalieren Angriffe ganz anders", indem ein Angreifer beispielsweise eine Lücke massenhaft ausnutzen könnten. Eine andere These lautet: "Jetzt wo der Angreifer die Lücke, geht er intelligent vor". So könne ein intelligent geführter Angriff unter Umständen gar kaskadenhaftige Auswirkungen haben.
Kurzum: Hundertprozentige Sicherheit kann es daher gegen Cyberangriffe wohl nicht geben, ließ der Wissenschaftler und IT-Experte durchblicken - auch wenn BGV-Vorstandschef Ohnmacht am Ende ein Zitat des Schriftstellers Oscar Wilde bemühte: "Die Utopien von heute, sind die Realitäten von morgen".
Wie die Versicherer konkret mit den momentanen Realitäten rund um die Risiken aus der digitalen Welt umgehen und was betroffene Unternehmen aus der Praxis zu berichten haben, lesen und hören Sie in der morgigen Ausgabe von VWheute. (td)
Bild: Heinz Ohnmacht auf dem IHK-Versicherungstag in Karlsruhe (Quelle: td)
Karlsruher Versicherungstag · Cyberversicherung