Schlaglicht

Generali überträgt Maklergeschäft an die Dialog

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Generali Deutschland will ihr Maklergeschäft künftig vollständig über die Dialog laufen lassen. Dazu soll das Leben- wie auch das Kompositgeschäft ab 2019 unter dem Dach des Maklerversicherers vereint werden und als eineigenes Unternehmen unter dem Namen "Dialog Versicherung AG" gegründet werden. Eine entsprechende Zulassung sei bereits bei der Bafin beantragt worden.
Erklärtes Ziel sei, den Kanal der unabhängigen Vertriebspartner ausbauen und gemeinsam mit ihren Partnern das Wachstum weiter steigern, heißt es bei der Generali weiter. Außerdem sollen nach eigenen Angaben die digitalen Arbeitsschritte verbessert werden.
"Im Maklermarkt schaffen wir mit der neuen Dialog das Beste aus zwei Welten – mit dem erfolgreichen Biometriegeschäft der Dialog Leben und mit der Überführung des Kompositgeschäfts der Generali Versicherungen. 'One Face to the Broker' – So lautet unser Credo der Neuaufstellung, bei der wir uns ganz auf die Dialog konzentrieren, die bereits heute bestens im Maklermarkt positioniert ist", kommentiert David Stachon, Vorstand Digitale und Unabhängige Vertriebe Generali Deutschland.
Immerhin hat die Dialog nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr ein neues Rekordergebnis erzielt. Während die gebuchten Bruttobeiträge um 3,0 Prozent auf den neuen Rekordwert von 290,3 Mio. Euro gestiegen sind, nahm die Stückzahl eingelöster Verträge um 2,6 Prozent auf 47.434 zu. Die Versicherungssumme stieg um 9,3 Prozent auf 8.672,4 Mio. Euro.
"Die Geschäftszahlen des Jahres 2017 zeigen deutlich, wie hervorragend die Dialog im Maklermarkt positioniert ist. Wir haben erneut den Widrigkeiten im Versicherungsgeschäft getrotzt und haben mit unseren hervorragenden Produkten und Services ein Rekordergebnis erzielt. Mit der neuen Dialog werden wir ein Unternehmens schaffen, das das komplette Maklergeschäft bedienen und sich harmonisch in die Kanalstrategie der Generali einfügen wird. Damit bauen wir unsere Position als Top-Anbieter im Maklerkanal aus", kommentiert Michael Stille, Vorstandsvorsitzender der Dialog Lebensversicherungs-AG.
Bereits Ende März wurde bekannt, dass sich rund 90 Prozent der Generali-Vermittler für einen Wechsel zur Deutschen Vermögensberatung (DVAG) entschieden haben. Immerhin 2.500 von rund 2.800 hauptberuflichen Vermittlern werden künftig unter der Fahne der DVAG Versicherungen und Vermögensanlagen vermitteln.
So haben diese sich vertraglich gegenüber der DVAG zum Wechsel verpflichtet und sollen zum Sommer 2018 ihre neue Tätigkeit aufnehmen. Bereits jetzt können sie in der Lebensversicherung die breite Angebotspalette der AachenMünchener den Kunden anbieten. Eine ähnliche Größenordnung für den Übergang hatte auch der Vorstandsvorsitzende der AachenMünchener Gesellschaften und Vorstandsmitglied der Generali Deutschland, Christoph Schmallenbach, erwartet. Die DVAG zeigte sich jedenfalls bislang hochzufrieden und spricht von einem “erfolgreichen Verlauf” der Integration.
Bereits vor rund 17 Jahren hatten Generali und DVAG für Aufsehen gesorgt, als der gesamte Vertrieb der AachenMünchener Lebensversicherung und Sachversicherung komplett auf den Allfinanzvertrieb übertragen wurde. Mit der erneuten Übernahme ist die DVAG der exklusive Vertriebspartner der Generali.
Allerdings sorgen die Umstrukturierungen auch für eine gewisse Unruhe im Konzern, werden die Run-Off-Pläne für die Generali Leben doch in den nächsten Wochen entschieden. Spannend bleibt dabei die Frage, ob sich der Versicherer für eine interne oder externe Lösung entscheidet. So fürchten die Betriebsräte mit einem Verkauf der rund vier Millionen Verträge "auch einen Dammbruch in der Versicherungsbranche, der weder der Branche noch der Politik guttut". (vwh/td)
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