Politik & Regulierung

Versicherungsangestellte betrügt Versicherer um 250.000 Euro

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Kriminelle Energie, lachhafte Kontrollsysteme und naives Menschenvertrauen. Das sind die Zutaten eines unglaublichen Betrugsfalles in Hamburg, bei dem die Mitarbeiterin einer Versicherungsagentur eine viertel Million Euro mit fingierten Schadensmeldungen einstrich. Ihre Begründung für das Verbrechen ist sagenhaft.
"Ich habe mich nicht selbst bereichert, es ging alles für meine Spielsucht drauf", sagte die mittlerweile Verurteilte P. laut dem Hamburger Abendblatt vor Gericht. Das sollte wohl eine Rechtfertigung für ihren Betrug darstellen, war vermutlich aber wenig nützlich. Die gesundheitlich offenbar schwer angeschlagene Frau hatte bei der Agentur im Jahr 2012 ihren Dienst in der Schadenabteilung angetreten und infolge ihrer Spielsucht fingierte Schadenfälle angelegt und das Geld auf ihr Konto transferiert.
Dass dieses Gebaren nicht auffiel, dürfte einer Kette von Unfähigkeit, mangelnder Aufmerksamkeit und falschem Gottvertrauen geschuldet sein. Denn der Plan von P. war keineswegs der eines diabolischen Genies. Sie legte fingierte Schäden an und ließ das Geld auf ihr eigenes Konto transferieren. Der Bank fiel nicht auf, das die Namen der Begünstigten und des Kontoinhabers nicht übereinstimmten, die Kontrollmechanismen der Versicherungen hatten wohl geschlossen Urlaub und auch dem Chef der Agentur fiel das Vorgehen nicht auf.
Unfassbare drei Jahre und ein Schaden von 250.000 Euro später kam heraus, dass von den abgewickelten 450 Schäden knapp 35 Prozent fingiert waren und das Geld auf dem Konto von P. landete. Es war eine Kundin, die mit der einfachen Frage nach einem Schadenfreiheitsrabatt das schlichte Kartenhaus zum Einsturz brachte. Die Versicherungen forderten Regress von der Versicherungsagentur, die war aber glücklicherweise versichert. Man kann nur hoffen, dass bei dieser Versicherung nicht auch eine P. in der Schadenabteilung sitzt.
Apropos P., die Dame hatte bei früheren Jobs bereits in zwei anderen Versicherungsbüros in Hamburg Schäden fingiert. Wie sie also an diese Stelle kam, sollte tatsächlich einmal hinterfragt werden. Für den neuerlichen Betrug erhielt sie eine Freiheitsstrafe von 30 Monaten. (vwh/mv)
Bild: Strafe (Quelle: Rike/ www.pixelio.de / PIXELIO)
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