Unternehmen & Management

Problemstadt Hamburg: Wie im Fußball so bei den Versicherern

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Standort Hamburg bewegt sich auch in der Branche in Richtung zweite Liga. Player wie die Volksfürsorge sind vom Markt verschwunden, Allianz oder Ergo haben heute satte 400 Beschäftigte weniger als 2008. Erstmals sind weniger als 20.000 Mitarbeiter im Versicherungsgewerbe in der Stadt beschäftigt. Die Entwicklung sei der Zentralisierung der Branche geschuldet, sagen Experten. Doch ist das die volle Wahrheit?
Nach einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey dürften bundesweit 40 Prozent der heutigen Jobs in den nächsten zehn Jahren wegfallen, weil die Digitalisierung viele Arbeiten überflüssig macht. Vielfach übernehmen die Kunden Teile der Arbeit.
Allein bei der Ergo hat sich die Zahl der Beschäftigten in der Hansestadt in den ersten drei Monaten 2018 noch einmal um 220 auf 2432 Beschäftigte verringert. Bei der Generali besteht die Gefahr, dass das Geschäft mit klassischen Lebensversicherungen an einen anderen Anbieter verkauft wird. Gerade die Lebensversicherung ist ein Schwerpunkt der Aktivitäten von Generali in Hamburg", sagt Verdi-Mann Hans-Jürgen Klempau im Gespräch mit der Hamburger Morgenpost.
Ergo hat für die Verwaltung klassischer Lebensversicherungen ein Gemeinschaftsunternehmen mit IBM gegründet, das am Standort Hamburg angesiedelt sein wird. Betroffen sind knapp 800 Mitarbeiter. Das Gemeinschaftsunternehmen will auch Lebensversicherungsbestände von anderen Anbietern verwalten.
Bei der Allianz werden bis zum Jahr 2020 bundesweit 700 Vollzeitstellen bei der Vertragsverwaltung gestrichen. Die Abteilungen der Unfallversicherung sollen sich in Berlin und München befinden, dafür werden die Bereiche in Hamburg, Leipzig und Stuttgart geschlossen. In Hamburg sind aber nur wenige Mitarbeiter betroffen", sagt Michael Best von der Allianz gegenüber der Zeitung.
Die Signal Iduna hebt sich als Positiv-Beispiel ab. Zwar hat der Konzern 350 Jobs in Hamburg abgebaut, unter dem Strich hat er heute aber 700 Beschäftigte mehr als vor zehn Jahren. 2021 will der Versicherer ein neues Quartier in der City Nord beziehen. Das Unternehmen mildert die Entwicklung am Standort ab, gestoppt wird sie dadurch wohl eher nicht. Zu übermächtig scheint die Idee des digitalen Wandels.(vwh/mst)
Bildquelle: Marit Peters/ www.pixelio.de/ Pixelio
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