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MLP will Super-Rentenportal – Versicherer sind bereit

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Um es einmal klar zu sagen: Niemand kennt die genaue Höhe seiner Rente. Staatliche-, private- und betriebliche Absicherungen lassen selbst manchen Experten mit Fragezeichen zurück, vom Normalbürger ganz zu schweigen. Abhilfe könnte ein Renteninformationsportal schaffen, die Versicherer sind dazu bereit, sehen allerdings die Probleme, wie eine MLP-Umfrage zeigt.
Die Ist-Situation ist einfach dargestellt, die befragten Versicherer wissen, dass die Bürger bessere Renteninformationen benötigen und nicht wissen, was sie im Rentenalter bekommen werden.
Auch MLP ist sich der Gefahr bewusst: "Die Erfassung der kundenindividuellen Altersvorsorge, vor allem der so genannten Rentenlücke, aber auch der bereits bestehenden Anwartschaften aus gesetzlicher, privater und betrieblicher Rente gehört unmittelbar zum Kern der MLP Beratung. Darüber hinaus sind wir weiterhin gern bereit, unsere Expertise in entsprechende Initiativen zur Schaffung eines säulenübergreifendenden Rentenportals für jeden Bürger einzubringen."
Die Versicherer sind sich sicher, dass eine bessere Information die Absicherungsbereitschaft der Bürger erhöhen würde und
sind auch durchaus bereit, sich an einem Portal zu beteiligen.
Die Politiker als Täuscher?
Das Ergebnis der nächsten Grafik lässt aufhorchen. Die Versicherer zweifeln zunehmen daran, dass die Politiker die Bürger in Sachen Rente tatsächlich aufklären wollen.
MLP schreibt auf Nachfrage: "Wir stellen fest, dass die Politik beim Thema Altersvorsorge oft nur in ein, zwei Legislaturperioden denkt. Exemplarisch dafür steht, dass sich die Koalition bei ihren Plänen für die gesetzliche Rente nur für knappe zehn Jahre festlegt. Die Rente ist aber ein generationenübergreifendes Thema. Hinzu kommt wahrscheinlich, dass die Politik nicht breite Wählerschichten verunsichern will. Dabei ist Aufklärung in Sachen Altersvorsorge mehr denn je geboten – und das Renteninformationsportal wäre ein guter Schritt in diese Richtung.
Sicherlich, ein richtiger Schritt wäre es, doch die Versicherer sind sich auch des Umfangs der Aufgabe bewusst.
Die Wieslocher haben konkrete Vorstellungen, wie ein Portal aussehen müsste: " Umfassend, aktuell, einfach. Wir plädieren dafür, ein Portal zu schaffen, das einen guten Grobüberblick über alle Arten der Altersvorsorge gibt, damit der Bürger weiß, wo er steht. Am leichtesten verständlich für ihn ist unserer Erfahrung nach die Angabe dessen, was ihm zukünftig im Monat zur Verfügung stehen würde. Die angesparte Summe auszuweisen, führt hingegen leicht dazu, dass Versicherte diese mit Blick auf ihren gesamten Rentenzeitraum überschätzen.
Die Bereitschaft ist da, der Nutzen erkannt. Zeit, das Portal ins Internet zu bringen. (vwh/mv)
Zur Studie: MLP hat im Zeitraum von Mitte November bis Ende Dezember 2017 insgesamt 19 Versicherungsgesellschaften per Online-Fragebogen befragt. Die teilnehmenden Unternehmen kommen zusammen deutschlandweit auf einen Marktanteil von knapp 50 Prozent im Bereich Altersvorsorge.
Bildquelle: birgitH / www.pixelio.de / PIXELIO
Grafiken: MLP
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