Unternehmen & Management

China pumpt Milliarden in kriselnden Versicherer Anbang

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wegen Unterschlagung und illegaler Kapitalbeschaffung wurde Anbang-Gründer Wu Xiaohui vor einem Volksgericht letzte Woche angeklagt. Seit Februar steht der Versicherer unter staatlicher Kontrolle gestellt. Nun will der chinesische Staat Anbang mit einer Milliarden-Geldspritze stützen. Ein staatlicher Fonds werde dem Unternehmen 60,8 Mrd. Yuan (9,6 Mrd Euro) zufließen lassen, erklärt Anbang.
Das Geld diene dazu, die "Stabilität" der Geschäfte zu gewährleisten. Die Maßnahme sein nur vorläufig, erklärte die Pekinger Aufsichtbehörde. Anbang wurde von der Behörde verpflichtet, so schnell wie möglich, "hoch qualitatives" Kapital von privaten strategischen Investoren einzuführen. Anbangs Kapital steigt auf 9,8 Mrd. Dollar. Damit sind 98 Prozent des Versicherers in staatlicher Hand.
Die ufsichtsbehörde annuliert auch die Erlaubnis für die Kapitalbeteiligung der Gründungsinhaber. Nach der Recherche einer Wirtschaftszeitschrift vor zwei Jahren sollen die mehr als 100 zählenden Fern- und Nahverwandten von Wu aus dem Dorf in der Provinz Zhejiang, aus dem er stammt, die Hauptinhaber von Anbang sein. Die Aufsichtsbehörde begründet die Annullierung damit, dass bei der Beantragung der Gründungserlaubnis seinerzeit diese Gründungsinhaber falsche Informationen über das von ihnen tatsächlich zur Verfügung gestellte Kapital geliefert hätten.
Anbang war bekannt für extravaganten Investitionen im Westen. Für Aufsehen hat besonders der Kauf vom Luxushotel Waldorf Astoria in New York gesorgt. Nach der Präsidentenwahl in den USA hat Wu Trumps Schwiegersohn Kushner zu einem Abendessen in dem Luxushotel eingeladen. Wu soll Kushner angeboten haben, ihm bei der Realisierung von Immobilienprojekten finanziell zu unterstützen. (vwh/dg/hy)
Bild: Anbang-Zentrale in Peking (Quelle: hy)
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