Köpfe & Positionen

Buberl will Geschäft "selber in der Hand behalten"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
XL Catlin war ein Schnäppchen und die Übernahme von Versicherungsrisiken wird die LV ablösen. Axa-Chef Thomas Buberl spricht in einem Interview zu der künftigen Ausrichtung des Konzerns Klartext und erklärt, warum er das Geschäft lieber "selber in der Hand" behalten möchte.
Direkt nach dem Kauf von XL Catlin meldeten sich zahlreiche Marktkenner und kommentierten, Worte wie "überbezahlt" und "teuer" fielen. Alles Quatsch erklärt Buberl gegenüber der SZ: "Von den 15 Milliarden Dollar bekommen wir zwei Milliarden Dollar dadurch zurück, dass wir künftig aufsichtsrechtlich 30 Prozent weniger Risikokapital brauchen", zudem mache der Neuerwerb "einen Gewinn von 1,1 Milliarden Dollar jährlich". Dazu kämen noch Synergieeffekte in Höhe von 300 Mio. Dollar im Jahr, Buberl stellt klar: "Ich habe nicht zu viel bezahlt."
Der Kauf kann durchaus als Wendepunkt der Konzernausrichtung gesehen werden. Der US-Lebensversicherer wird an die Börse gebracht. In Buberls Worten: "Wir tauschen. Wir verkaufen einen Lebensversicherer und kaufen einen Sachversicherer." Netto habe der Konzern nicht zugekauft, also "den Umsatz nicht erweitert".
Der Tausch ist ein Fingerzeig der kommenden Richtung. Derzeit sei der Konzern "von der Lebensversicherung dominiert" und damit von der Entwicklung der Zinsen und der Kapitalmärkte abhängig. Künftig soll die "Übernahme von Versicherungsrisiken entscheidend" sein. Die Strategie der Axa ist die Reduktion von Komplexität, man wolle sich nicht mehr auf 64 Länder konzentrieren, "sondern auf die 16 wichtigsten", darunter Deutschland.

 Google ist der Feind

Angesprochen auf die Konkurrenz von Amazon und Co. sagt Buberl, dass die Internetkonzerne genau "beobachtet werden", da sie Konkurrenten mit sehr vielen Kundenkontakten seien. "Wir müssen mehr Möglichkeiten schaffen, mit unseren Kunden Verbindung zu halten", denn Unternehmer oder Familie wüssten, dass die Axa konkret bei der Bewältigung eines Problems helfen könne.
Zu einer vorwärtsgerichteten Ausrichtung des Versicherers gehören auch Partnerschaften im digitalen Bereich, diese müssten aber "gut gewählt und ausbalanciert sein". Reine Partnerschaften für Werbung oder Vertrieb seien nicht von langer Dauer. (vwh/mv)
Bild: Thomas Buberl (Quelle: Axa)
Axa · Thomas Buberl · XL Catlin
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