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Fiesta finita: Mexikos Versicherer machen Miese

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Nach Brasilien ist Mexiko der zweitgrößte Assekuranzmarkt Lateinamerikas und er schwächelt. Trotz des dynamischen Konsums hinterlässt die schwache Wirtschaft ihre Spuren. Die Lebensversicherung musste einen Prämienrückgang hinnehmen. Die restlichen Geschäftssegmente zeigen sich dagegen robust.
Im mexikanischen Versicherungsmarkt agierten 2017 nach der CNSF 98 Assekuranzhäuser. Davon waren 16 Gesellschaften reine Lebensversicherer und 44 ausschließlich in der Nichtlebensversicherung aktiv. 38 Gesellschaften hatten die Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb in beiden Segmenten. Der Anteil von internationalen Versicherungsgruppen ist hoch. 52 Versicherer sind mehrheitlich in Besitz von ausländischen Gesellschaften. Der Verkauf über den Bankschalter gewinnt zunehmend an Bedeutung. Aktuell gehören 16 Versicherer zu einer Finanzgruppe.
Nach den Zahlen der mexikanischen Versicherungsaufsichtsbehörde Comisión Nacional de Seguros y Fianzas (CNSF) ist das Prämienvolumen im direkten Geschäft 2017 real nur um 2,5 Prozent auf 21,2 Mrd. Euro gestiegen. Im Jahr zuvor stand noch ein Steigerungssatz von 9,3 Prozent zu Buche. Die Inflationsrate hat sich 2017 nach dem mexikanischen Statistikamt Inegi auf 6,8 Prozent mehr als verdoppelt. Das Wirtschaftswachstum lag mit zwei Prozent auf dem niedrigsten Niveau der letzten vier Jahre. "Die Ursachen für das geringere Wachstum der mexikanischen Assekuranz ist eng verknüpft mit der Inflationsrate und dem Wirtschaftswachstum", sagt der Generaldirektor des mexikanischen Versichererverbandes Asociación Mexicana de Instituciones de Seguros (AMIS), Recaredo Arias.
Selbst das Prämienwachstum von real 2,5 Prozent ist 2017 in dieser Höhe nur dank eines Sondereffekts entstanden. Im Juni 2017 wurde die Megapolice des mexikanischen Erdölkonzerns Pemex mit einer zweijährigen Laufzeit erneuert und dieser Effekt ist voll in das Prämienwachstum eingeflossen. Verteilt man das Prämienvolumen der Pemex-Police auf die Geschäftsjahre, so liegt das Marktwachstum der lokalen Versicherer in 2017 nach der CNSF bei gerade einmal 0,7 Prozent über dem Vorjahr.
Besonders negativ hat sich die Lebensversicherung entwickelt. Sie musste einen Rückgang des Beitragsaufkommens von real 4,2 Prozent auf umgerechnet 8,4 Mrd. Euro hinnehmen. Die Zweige der Nichtlebensversicherung entwickelten sich besser. Die Kraftfahrtversicherung legte trotz rückläufiger Neuwagenverkäufe um 5,6 Prozent auf umgerechnet 4,5 Mrd. Euro zu. Die restlichen Segmente der Schadenversicherung erzielten ein Wachstum von 15,1 Prozent auf umgerechnet vier Mrd. Euro. Bei der Verteilung der Pemex-Prämie auf die beiden Geschäftsjahre ihrer Laufzeit bleibt hier für 2017 noch immer ein Zuwachs von real 4,1 Prozent. Die Unfall- und Krankenversicherung entwickelte sich solide mit einer Steigerungsrate von 2,9 Prozent auf umgerechnet 3,4 Mrd. Euro. (reh)
Bildquelle: Jürgen Jotzo / PIXELIO (www.pixelio.de)
Lateinamerika · Mexiko · Asociación Mexicana de Instituciones de Seguros
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