Politik & Regulierung

Insolvenzen kommen Versicherer teuer zu stehen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Insolvenzen können die Versicherer mitunter teuer zu stehen kommen. Wie das Statistische Bundesamt nun jüngst mitteilte, haben die Gläubiger in Deutschland in den vergangenen Jahren im Durchschnitt nur etwa 2,6 Prozent ihrer Forderungen zurückerhalten. Diese sogenannte Deckungsquote ergibt sich als Anteil des zur Verteilung verfügbaren Betrages von etwa 320 Mio. Euro an den Gesamtforderungen (12,4 Mrd.).
Der Verlust für die Gläubiger lag damit bei rund 12,1 Mrd. Euro. Dabei haben die Statistiker vor allem die Insolvenzverfahren unter die Lupe genommen, die 2012 eröffnet und bis Ende 2016 beendet wurden. Demnach lag die Deckungsquote bei 4,1 Prozent. Bei Verbraucherinsolvenzen waren diese nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit 1,5 Prozent deutlich geringer.
Dabei gelang die Sanierung eines insolventen Unternehmens nur bei 521 der gut 21.300 Verfahren, teilten die Statistiker weiterhin mit. Immerhin konnten dadurch rund 11.560 Arbeitsplätze gesichert werden. Besonders häufig gab es einen Sanierungserfolg bei Verfahren mit hohen Forderungen. Demnach konnten 35,5 Prozent der Unternehmen mit einer Forderungssumme von mindestens fünf Mio. Euro saniert werden. Demgegenüber kam es nur bei 1,3 Prozent der Unternehmen mit Forderungen unter 50.000 Euro zu einer Sanierung.

Insolvenzen sind 2017 weiter rückläufig

Im Jahr 2017 ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 6,6 Prozent auf 20.093 zurückgegangenen. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmens­insolvenzen bezifferten die Amtsgerichte für das Jahr 2017 hingegen auf rund 29,7 Mrd. Euro. Dabei führen die Statistiker den Anstieg der Forderungen bei gleichzeitigem Rückgang der Zahl der Unternehmensinsolvenzen darauf zurück, dass die Gerichte im Jahr 2017 mehr Insolvenzen von wirtschaftlich bedeutenden Unternehmen registriert haben als im Jahr 2016.
Damit bestätigten die Statistiker im wesentlichen die Berechnungen der Wirtschaftsauskunftei CRIF Bürgel, die im vergangenen Jahr insgesamt 20.276 Unternehmensinsolvenzen registriert haben. Allerdings haben sich die Schäden durch die Insolvenzen nach Angaben der Experten im Jahr 2017 auf 30,5 Mrd. Euro summiert. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Insolvenzschäden damit um 12,9 Prozent angestiegen (2016: 27,0 Mrd. Euro).
Zu den bekanntesten Insolvenzen im vergangenen Jahr gehören unter anderem die Pleiten der Fluggesellschaft Air Berlin, sowie von Tempton Personaldienstleistungen, Alno, Rickmers Holding, Solarworld, Butlers und dem Schneider Versand. Die durchschnittlichen Forderungsausfälle beliefen sich dabei auf rund 1,5 Mio. Euro pro Insolvenz. (vwh/td)
Bildquelle: Petra Bork / PIXELIO (www.pixelio.de)
Insolvenz · Statistisches Bundesamt
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