Köpfe & Positionen

Axa-Chef Buberl: "XL war vergleichsweise billig"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Thomas Buberl wehrt sich gegen die Vorwürfe, der Kaufpreis für die  XL Group sei viel zu hoch. "Wir haben ein halbes Dutzend Unternehmen im Visier gehabt und die XL Group war vergleichsweise billig," erklärt der Axa-Chef gegenüber der Financial Times. Ferner sei der Deal nicht allein vom Kaufpreis abhängig. "Es war eine strategische Entscheidung." Axa zahlt für die XL Group 15,3 Mrd. US-Dollar, etwa 33 Prozent über dem letzten Aktienkurs.
Der Kaufpreis soll durch drei Finanzierungsquellen sichergestellt werden. Vorhandene liquide Mittel in Höhe von 3,5 Mrd. US-Dollar, dem Erlös aus dem separaten Börsengang der US-Lebensaktivitäten, sechs Mrd. US-Dollar, sowie durch nachranginge Bonds mit einem Wert von drei Mrd. US-Dollar. Der Erlös aus dem Börsengang muss erst einmal zwischenfinanziert werden.
Der Deal würde dem Wunsch der Axa entsprechen, in der Sparte Schaden- und Unfallversicherung zu expandieren., sagt Buberl. Bei der Industrieversicherung herrscht ein harter Wettbewerb und die Sparte steht durch Industrie 4.01 und autonomen Fahren vor einem grundlegenden Wandel. Diesen will Buberl entsprechend begegnen. Der Kauf würde Axa zum größten Industrieversicherer machen.
Anscheinend soll auch die Allianz Interesse an der XL Group gehabt haben. Doch scheinbar wollte Konzern-Chef Oliver Bäte jedoch nicht so tief in die Kasse greifen wie die Franzosen. Bäte hatte erst vor wenigen Tagen auf der Jahrespressekonferenz betont, dass die Preise "noch sehr hoch" seien. Übernahmen müssten ökonomisch und strategisch passen. Für die Axa ist es hingegen die größte seit dem Kauf der Schweizer Versicherung Winterthur im Jahr 2006 für damals 8,9 Mrd. Euro. (vwh/dg/cpt)
Bild: Axa-Chef Thomas Buberl (Quelle: ak)
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