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Euler Hermes: USA ist digitaler Spitzenreiter

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Deutschland gehört in Sachen Digitalisierung derzeit nicht gerade zu den weltweiten Vorreitern. Laut einer aktuellen Studie des Kreditversicherers steht Deutschland in digitalen Angelegenheiten allerdings deutlich besser dar, als eigentlich vermutet. Demnach liegt die Bundesrepublik im weltweitem Digital-Ranking für die Wirtschaft immerhin auf Platz zwei - hinter den USA und vor den Niederlanden.
So kommt der "Enabling Digitalization Index" 2018 (EDI) des Kreditversicherers zu dem Ergebnis, dass Deutschland mit 75,3 von 100 möglichen EDI-Punkten zum globalen Spitzentrio gehört. "Auch wenn es in Deutschland noch nicht so viele globale 'Digital Player' wie in den USA gibt, verfügen Deutschland und auch die Niederlande (Platz 3) über eine solide Logistik-Infrastruktur, einen hohen Vernetzungsgrad und gutes Grundlagenwissen", konstatiert Georges Dib, Research Experte bei Euler Hermes und einer der Studien-Autoren.
Dabei sei Westeuropa immerhin weltweit führend, wenn es darum gehe, die besten Rahmenbedingungen für Unternehmen im Zeitalter der Digitalisierung zu schaffen, konstatieren die Analysten von Euler Hermes. Dabei landeten immerhin 16 westeuropäische Nationen landeten unter den besten 30 des EDI-Länderrankings. Nach den USA komplettieren Deutschland, die Niederlande, die Schweiz und Großbritannien die Top Fünf. Mit einheitlichen Handelsregeln, einer guten logistischen Infrastruktur und einem ausgeprägten Grundlagenwissen scheinen sich die Rahmenbedingungen der Europäischen Union dabei vorteilhaft auszuwirken, heißt es weiter.

Digitale Aufsteiger aus Asien

Allerdings sollten die Europäer ihren Blick auch nach Osten richten, herrsche in der asiatisch-pazifischen Region doch ebenfalls ein digitalisierungsfreundliches Umfeld. Immerhin ach Länder sind laut Euler Hermen unter den 30 Top-Nationen der EDI-Rangliste vertreten. Vordere Plätze belegen dabei Japan (7.), Singapur (8.), Hongkong (9.), Südkorea (10.) und China (17.), gefolgt von Australien, Neuseeland und Malaysia.
"In Thailand, Indien und Indonesien werden seit vergangenem Jahr beeindruckende Verbesserungen registriert. Das sind unsere drei Aufsteiger in der Region. Als demographischer Riese profitiert China zwar von seiner Marktgröße, überzeugt aber in nicht in Bezug auf die digitale Vernetzungsqualität", erläutert Mahamoud Islam, Senior Economist für Asien-Pazifik bei Euler Hermes und Hauptautor der Studie.
Spitzenreiter im Nahen Osten sind immerhin die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die im EDI-Ranking auf Platz 24 landen. Aufgrund ihrer strategischen Position als Handelsdrehkreuz verfügt das Land über eine beeindruckende Infrastruktur, konstatiert der Kreditversicherer. Als nächstplatzierte Länder der Region folgen Saudi-Arabien auf Platz 50 und Ägypten auf Platz 80. Bestes afrikanisches Land im EDI-Ranking ist Südafrika auf Platz 46. Kenia folgt dank seiner Infrastruktur auf Platz 70. Trotz seiner Marktgröße schafft es Nigeria dagegen nur auf Platz 100 von 115 Nationen.

USA sind digitaler Weltmeister

Deutlicher Spitzenreiter sind laut Kreditversicherer jedoch immer noch die USA mit insgesamt 87 von insgesamt 100 Punkten. Dabei profitierten die Vereinigten Staaten besonders von der Marktgröße, einem hohen Grundlagenwissen und einem positiven Geschäftsklima. Das sind drei von insgesamt fünf Hauptkriterien für ein erfolgreiches Umfeld der digitalen Transformation, heißt es in der Analyse weiter.
Hingegen weise Lateinamerika im EDI-Ranking nur einen schwachen Vernetzungsgrad, eine lückenhafte logistische Infrastruktur und ein niedriger Innovationsgrad auf dem digitalen Wissensgebiet auf. Die beiden besten lateinamerikanischen Länder im Ranking sind Chile (43.) und Mexiko (52.), die aufgrund eines relativ günstigen Wirtschaftsklimas und im Fall von Mexiko aufgrund der Marktgröße hervorstechen.
"Die fünf erfolgreichsten Strategien für eine Top-Platzierung im EDI sind die Entwicklung angemessener Regulierungsvorgaben, der Ausbau des Bildungswesens, die Stärkung von Schlüssel-Branchen und -Regionen, die Modernisierung der Logistik sowie der Abbau von ungleichen Rahmenbedingungen", kommentiert Ludovic Subran, Chefökonom bei Euler Hermes, die Ergebnisse der Analyse.
Zur Studie: Für das Ranking hat Euler Hermes in 115 Ländern die jeweiligen Rahmenbedingungen analysiert, unter denen sich Unternehmen digital weiterentwickeln können. Der Index besteht aus fünf Komponenten (Regulierung, Grundlagenwissen, Konnektivität, Infrastruktur und Größe) und zehn Indikatoren, wie zum Beispiel der Hochschul- und Ausbildungs-Index, der Anteil von Internetnutzern in der Gesamtbevölkerung, die Zahl von Mobiltelefon-Verträgen, die Zahl von Festnetz-Anschlüssen pro 100 Personen sowie die Zahl der sicheren Server pro 100 Personen, sowie doe Zahl der Internetnutzer und deren Einkommen (im Vergleich zum nominalen BIP). (vwh/td)
Bildquelle: Fotolia
Euler Hermes · Kreditversicherer · Digitalisierung
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