Märkte & Vertrieb

IBM: Manager sehen kaum Handlungsbedarf durch Transformationsdruck

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Transformationsdruck ja, Anpassungen nein. Die Versicherungsbranche weiß noch nicht, wie sie dem Transformationsdruck begegnen soll. Rund 68 Prozent der weltweiten Insurance-Führungskräfte sagen, dass sie ihr Unternehmen wegen verschiedener Faktoren umformen müssen, um zukunftsready zu sein. Allerdings sehen nur rund 34 Prozent große Umwälzungen in der Branche und nur ein Viertel dadurch sofortigen Handlungsbedarf.
Die Versicherungsbranche steht nicht vor, sie befindet sich mitten im Wandel. Durch Marktkräfte inklusive zunehmenden Wettbewerbs und veränderte Kundenwünsche kommt es zur Veränderungen, sagen 68 Prozent der von IBM befragten Führungskräfte. Ebenso viele sehen den technischen Fortschritt als Motor des Wandels. Immerhin 60 Prozent der 828 befragten Insurance-CxOs, also den höchste Führungskräfte bei Versicherern, sehen den Kampf um die besten Köpfe als wichtigsten Einflussfaktor für die Zukunft ihres Unternehmens.
Bei den oben genannten Marktkräften gab es eine große Änderung in der Wahrnehmung der CxOs. Im Jahr 2015 waren es Marktdruck und Regulatorik, die die Macher beschäftigte, heute sind es macro-economics-factors. Keine Rolle mehr spielen die Zinsen, deren Bedeutung befindet sich auf einem historischen Tief.
Die Führungskräfte haben den Wandel wahrgenommen und arbeiten am Versicherungsunternehmen der Zukunft. Eine große Eile haben sie dabei allerdings offenbar nicht, denn, denn nur 34 Prozent sagen, dass es in ihrem Sektor zu großen Umbrüchen kommt. Lediglich ein Viertel der Befragten der Studie Insurance Incumbents Strike Back sieht durch den erwähnten Transformationsdruck einen dringenden Handlungsbedarf des eigenen Unternehmens.

Gewinner und Verlierer

Wie gut ein Versicherungsunternehmen auf die Marktänderungen reagiert, hat IBM in drei Archetypes dargestellt. Die Reinventors fokussieren sich auf breakthrough-products, Service und Business-Modells. Ihre IT-Strategie ist auf ihre kommerziellen Ziele ausgerichtet und sie sind beim Management des Wandels hervorragend. Es folgen die Practitioners, die ambitioniert sind, aber sich die Kapazitäten zum Erreichen ihrer Ziele noch nicht angeeignet haben. Die Aspirationals haben noch einen weiten Weg vor sich. Sie besitzen noch keine klare Strategie und müssen noch Prozesse und Ressourcen ordnen, um die neuen Möglichkeiten angehen zu können.
Laut IBM sind die erste und die dritte Gruppe gleich groß, was bedeutet, dass rund ein Drittel der Versicherer zukunftsready ist und ein Drittel noch keinen rechten Plan hat. Die größte Gruppe kann noch nach oben klettern oder abrutschen.

Insurtechs - einkaufen

Der beste Umgang mit den potentiell geschäftsbedrohenden Insurtechs ist laut den Befragten die Zusammenarbeit. Am besten sind dabei die Reinventors, deren Führungskräfte den besten Riecher für die Entwicklungen haben, die der Markt nehmen wird. Viele der Reinventors haben ihre Business-Strategie bereits auf die Insurtech-Gefahr angepasst. Die anderen beiden Gruppen schwächeln bei dieser Angleichung.

Innovation in Motion

Durch die Veränderungen in der Branche haben sich auch die Arbeit und die Prozesse verändert. Laut IBM gründen die smartesten CxOs in ihren Unternehmen Teams, die "on the fly" lernen, also  auch Fehler als Teil des Lernprozesses zu begreifen. Die Reinventors kombinieren eine dynamische Vision mit einer anderen Kultur und agilen Operationen für den optimalen Fortschritt im Unternehmen. Die Practitioners wie auch die Aspirationals hängen bei dieser Änderung ein wenig hinterher.
Die Grafik zeigt, wie die verschiedenen Gruppen ihre Mitarbeiter ermutigen, anhand des Handlungsablaufs zu entscheiden.
Erfolgreiche Unternehmen sollten laut IBM die Branche nach Kooperationsmöglichkeiten mit Insurtechs absuchen, die das eigene Geschäftsmodell ergänzen. Sie sollten in Personal investieren, das Ideen entwickelt und zudem in Agilität und neue Technologien. Zudem ist die Entwicklung einer offeneren und kooperationsfreundlicheren Kultur ein wesentlicher Aspekt, um ein Unternehmen zukunftsready zu machen. (vwh/mv)
Bild: Zukunft (Quelle: birgitH / www.pixelio.de / PIXELIO)
Grafikquellen: IBN
Grafiken: Aus der Studie Insurance Incumbents Strike Back von IBM
Management · Zukunft · IBM · Führungskräfte · InSurTechs
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