Politik & Regulierung

Urteil: 3,27 Promille entschuldigen keine Fahrerflucht

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Es klingt wie ein Selbstverständlichkeit, ist aber für Versicherer hochinteressant: Eine Frau verursachte einen Verkehrsunfall mit Sachschaden und begeht Unfallflucht. Der rekonstruierte Alkoholwert beträgt stolze 3,27 Promille, sie plädiert wegen des Trunkenheitszustandes auf Schuldunfähigkeit. Das Landgericht Düsseldorf hat zu dieser Frage nun ein Urteil erlassen.
Nach dem Unfall unter Alkohol mit Fahrerflucht stellte der Haftpflichtversicherer einen Regressanspruch an die Frau. Diese plädierte auf Schuldunfähigkeit wegen Trunkenheit, was das Landgericht Düsseldorf negierte (Az.: 9 O 197/16).
Ein extremer Blutalkoholwert sein nach einem Unfall mit Fahrerflucht kein Anhaltspunkt für Schuldunfähigkeit. Wegen des erheblichen Alkoholkonsums könne man von einer Minderung der Steuerungsfähigkeit ausgehen, nicht jedoch von einer Einschränkung der Einsichtsfähigkeit, urteilte der Sachverständige.
Das Gericht folgte dieser Ansicht. Die Frau hätte wissen müssen, dass sie nicht mehr fahren darf und auch, dass sie sich nach einem Unfall nicht vom Tatort entfernen darf. (vwh/mv)
Bild: Alkohol (Quelle: Wandersmann / www.pixelio.de / PIXELIO)
Kfz-Versicherung · Regress · Fahrerflucht
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