26.03.2018Politik & Regulierung

Großbrand: Großzügige Versicherer haben ein Einsehen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Versicherungsunternehmen können auch nett sein. In der Schweiz haben vier Jugendliche im Schweizer Kanton Thurgau wohl ein Feuer verursacht, das große Teile eines Firmengeländes zerstörte und einen zweistelligen Millionenschaden verursachte, die Versicherer zeigen hilfsbereit und großzügig und wollen bei den Regressforderungen "keine Existenzen zerstören."
Dabei haben vier Jugendliche einen Großbrand dem Gelände der Tobi Seeobst AG ausgelöst. Eine Untersuchung des Brandermittlungsdienstes der Kantonspolizei und des kriminaltechnischen Dienstes belastet vier Jugendliche, zwischen 14 und 16 Jahre alt, das Feuer ausgelöst zu haben. Nach einer Meldung der Neue Zürcher Zeitung werden die vier Jugendlichen beschuldigt, dass Feuer fahrlässig verursacht zu haben. Die Ermittlungen seien aber noch nicht abgeschlossen.
Das Feuer hatte rund 30.000 Getränkekästen entzündet, das Feuer griff dann auf die Kühlhalle des Obsthändlers über, was 1.000 Tonnen Äpfel und Gemüse nicht überstanden. "Die Schadenhöhe ist noch offen, zumal die Dauer des Betriebsunterbruches zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilt werden kann. Wir rechnen mit einem Schaden von mehreren Millionen Franken", sagt eine Mediensprecherin der zuständigen Versicherung. Der Brand- und Ausfallschaden könnte sich bis zum Abschluss der Kostenkalkulation auf eine zweistellige Millionensumme belaufen
Das ist ein enormer Schaden, für den jemand aufkommen muss. Wenn die Jugendlichen grob fahrlässig gehandelt haben, könnte es zu einer Regressforderung an die Haftpflicht der Verursacher und an die Jugendlichen selbst kommen. Am Ende müssten dann wohl die Eltern für den Schaden aufkommen kommen. Selbst ein Teilbetrag könnte bei einem zweistelligen Millionenschaden schnell existenzgefährdend ausfallen. Die Versicherer haben ein Einsehen.
"Bei solchen Rückgriffen werden sicherlich keine Existenzen zerstört", erklärt die Sprecherin der zuständigen Versicherung. Eine andere Beteiligte Versicherung äußerte, man wolle die Eltern dieser Jugendlichen "natürlich nicht in Nöte bringen". Eine sehr noble Einstellung der Versicherer. Der Rechtsprozess wird aufzeigen, wer letztlich in welcher Höhe für den Schaden verantwortlich ist. (vwh/mv)
Bild: Großbrand (Symbolbild) (Quelle: Jens Weber / www.pixelio.de / PIXELIO)
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