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Gehälter der Dax-Chefs: Versicherer nur im Mittelfeld

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Vorstandschefs der 30 Dax-Konzerne verdienen derzeit soviel wie nie zuvor. Laut einer aktuellen Analyse des Beratungsunternehmens hkp sind die Gesamtvergütungen im vergangenen Jahr um 3,5 Prozent auf einen Durchschnitt von 7,4 Mio. Euro gestiegen. Spitzenverdiener ist SAP-Chef Bill McDermott mit 21,15 Mio. Euro. Die Allianz und Munich Re landen dabei im Mittelfeld.
Darüber hinaus haben im aktuellen Ranking nur noch vier weitere Dax-Konzernschefs die magische Verdienstmarke von zehn Mio. Euro geknackt. So liegt Daimler-Chef Dieter Zetsche mit einer Gesamtvergütung von 13,04 Mio. Euro auf Platz zwei. Dahinter folgen BASF-Vorstandschef Kurt Bock mit 10,96 Mio. Euro, Siemens-Chef Joe Kaeser (10,86 Mio. Euro) und VW-Vorstandschef Matthias Müller (10,274 Mio. Euro).
Schlusslichter im Manager-Ranking sind Beiersdorf-CEO Stefan F. Heidenreich (3,57 Mio. Euro), Pro7Sat1-Chef Conrad Albert (3,47 Mio. Euro), und RWE-Konzernchef Rolf Martin Schmitz mit einer Gesamtvergütung von etwa 2,82 Mio. Euro.
"Mit einem moderaten Vergütungsanstieg von 3,5 Prozent bleiben die Unternehmen deutlich hinter ihrem Gewinnwachstum zurück und markieren trotzdem einen neuen Vergütungsrekord. Insbesondere bei den Jahresboni ist aufgrund des außerordentlich guten Geschäftsjahres 2017 ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen, kommentiert Michael H. Kramarsch, Managing Partner bei hkp.
Gleichzeitig konstatieren die Studienautoren auch eine höhere Transparenz bei den Vergütungsberichten für die Dax-Vorstände. "Gerade große internationale Investoren und Stimmrechtsberater hatten zuletzt sehr deutlich die Darstellung der Pay for Performance-Mechanik in den Vergütungsberichten kritisiert und diese Kritik auch sehr prominent in Hauptversammlungen vorgebracht. Die Unternehmen haben die Signale gehört und entsprechende Änderungen vorgenommen. Das sollte sich auch in verbesserten Zustimmungsraten bei den 'Say on Pay"-Beschlüssen zeigen", erläutert Regine Siepmann, hkp-Partnerin und Corporate Governance-Expertin.

Branche und Unternehmensgröße bestimmen Gehalt

Einer der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung für die Vorstandsvergütung ist die Unternehmensgröße, konstatieren die Experten der Personal- und Managementberatung Kienbaum. So steige mit zunehmender Unternehmensgröße auch die Komplexität der Managementaufgaben und der Einflussbereich von Vorständen an, heißt es bei Kienbaum.
So vergüten beispielsweise Prime-Standard-Unternehmen ihre Chefs im Durchschnitt mit einem Jahresgehalt von rund 400.000 Euro, während im Vergleich dazu die übrigen Vorstände weniger verdienen: In börsennotierten Unternehmen erhalten sie im Schnitt jährlich 342.000 Euro, in nicht-börsennotierten Firmen sind es hingegen 333.000 Euro.
Deutliche Unterschiede gebe es hingegen auch im Branchenvergleich. So fällt die Vergütung in Unternehmen des Automotive-Sektors laut Kienbaum mit einer durchschnittlichen Höhe von 1,1 Mio. Euro am höchsten aus. Die höchste Steigerungsrate verzeichnet dieses Jahr die Bau- und Immobilienbranche, wo die Vorstandsbezüge durchschnittlich um gut ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr zugelegt haben.

Millionengehälter werden zur Regel

Allerdings werden Vorstandsgehälter in Millionenhöhe auch unterhalb des Dax allmählich zur Regel. Laut aktuelle Vergütungsstudie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC in Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt stiegen die Gehälter bei MDax-, SDax-, und TecDax-Unternehmen zum Teil deutlich an.
So erhielt der Vorstandschef eines MDax-Konzerns im Schnitt etwa 2,9 Mio. Euro, was einem Gehaltssprung von 17 Prozent entspricht. Die weiteren Vorstandsmitglieder erzielten sogar ein Plus von 17 Prozent auf 1,6 Mio. Euro. Im SDax wurden die Vorstandsvorsitzenden im Durchschnitt mit 1,3 Mio. Euro vergütet (plus acht Prozent), seine Kollegen mit 1,1 Mio. Euro (plus 28 Prozent). Auch im TecDax ging es deutlich nach oben. Hier kam ein Vorstandschef auf 1,5 Mio. Euro (plus 18 Prozent), die weiteren Vorstandsmitglieder auf 0,8 Mio. Euro (plus neun Prozent).
"Die Entwicklung der Vorstandsgehälter spiegelt die robuste Konjunktur, die gerade bei vielen mittelgroßen Unternehmen höhere Gewinne und steigende Aktienkurse nach sich zieht", kommentiert Petra Raspels, Arbeitsdirektorin bei PwC in Deutschland, die aktuelle Entwicklung.
Nachholbedarf gibt es allerdings immer noch bei der gleichen Bezahlung von Mann und Frau. So verdienen Frauen im Schnitt noch immer rund 21 Prozent weniger als die Männer, wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen.
Die größte Gehaltslücke gibt es laut Stepstone hingegen in den Finanzberufen sowie im Vertrieb und Marketing. Dabei verdienen männliche Fachkräfte im Berufsfeld Finanzen, Versicherung und Banking im Schnitt 69.437 Euro. Weibliche Fachkräfte verdienen im Durchschnitt jedoch nur 52.289 Euro: Hier klafft also eine Lücke von 33 Prozent. (vwh/td)
Bildquelle: Andreas Hermsdorf / PIXELIO (www.pixelio.de)
Dax · hkp · Vorstandsvergütung
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