Politik & Regulierung

Axa vs. Kioskbesitzer II: Beweislage gibt Versicherer recht

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Geschichte ist so alt wie die Versicherung selbst: Der böse Versicherer, der dem kleinen Geschädigten die Zahlung verweigert. Die Axa soll laut einem großen Boulevardblatt einem Kioskbesitzer die Erstattung von zwei Einbruchschäden verweigern, so lautete kürzlich der Vorwurf. VWheute ist an Kioskgate drangeblieben und der Fall erstrahlt plötzlich in einem anderen Licht.
Die Vorgeschichte ist schnell erzählt: Der Hamburger Kleinladenbesitzer Herr Tamim Kasemiar beschwerte sich bei der Bild bitterlich, dass die Axa die Begleichung zweier Einbruchdiebstähle in sein Kiosk ablehnte. Dadurch bliebe er auf 13.000 Euro Schaden sitzen und musste seinen Laden verkaufen. Das Boulevardblatt urteilte in gewohnt zurückhaltender Art und Weise: "Versicherung lässt Betreiber hängen." Trotz bestehendem Schutz wolle die "Versicherung keinen Cent des Schadens bezahlen" und werfe dem Geschädigten stattdessen Versicherungsbetrug vor. Die Axa wollte den Fall prüfen, die Bild dranbleiben – VWheute schloss sich an.
Das Blatt wendet sich
Die Axa hat die Sachlage geprüft und schreibt: "Herr Kasemiar hat innerhalb von sechs Wochen zwei Einbruchdiebstähle in seinem Kiosk gemeldet. Die Regulierung des ersten Schadens haben wir abgelehnt, da Polizei- und LKA-Bericht übereinstimmend darlegen, dass die dokumentierten Spuren nicht auf einen Einbruch schließen lassen."
Beim zweiten Fall liegt tatsächlich ein Einbruch vor, wie die Axa bestätigt: "Hier sind Einbruchspuren nachweisbar und wir haben bereits vorliegenden Kosten für die Notreparatur der Tür übernommen. Der Versicherer sei "selbstverständlich bestrebt, auch die Regulierung des restlichen Schadens vorzunehmen". Das könne aber derzeit nicht geschehen, denn es fehlen die für die "Schadenregulierung notwendigen Unterlagen, wie ein Kostenvoranschlag, eine Rechnung und eine detaillierte Stehlgutliste".
(Vorläufiges) Fazit
Ohne Rechnungen kein Geld, das ist bei der Schadenregulierung alles andere als unüblich und dürfte auch in den Bedingungen der Axa vermerkt sein. Laut dem Boulevardblatt hat der Kioskbesitzer Klage gegen die Axa eingereicht, wenn die Darstellung des Versicherers der Wahrheit entspricht, dürfte der Fall schnell entschieden sein.
VWheute wird "Kioskgate" selbstverständlich erneut aufgreifen, falls es neue Entwicklungen geben sollte. (vwh/mv)
Bild: Kiosk (Quelle: Günter Z. / www.pixelio.de / PIXELIO)
Axa · Schadenregulierung · Prüfung
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