Schlaglicht

Regulatorik sorgt für Unruhe in der Branche

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das Provisionsverbot ist endgültig vom Tisch, auch wenn Verbraucherschützer immer wieder danach rufen, wie jüngst Klaus Müller, Vorsitzender des Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) in einer Reaktion auf ein Rundschreiben der Bafin. Dafür liegen die Folterwerkzeuge der Regulierung auf dem Tisch, Stichwort Insurance Distribution Directive, besser bekannt als IDD.
Seit einem Monat ist die neue Vermittlerrichtlinie nun in Kraft und Makler und Berater haben inzwischen ihre ersten praktischen Erfahrungen im Alltag gewinnen können. Dabei gelten für Versicherungsmakler im Rahmen der IDD eine ganze Reihe von Pflichten, wie die Pflicht zur Registrierung, die Pflicht zur Fortbildung (15 Std. pro Jahr), Auflagen für Annexvermittler, die strikte Trennung von Beratung auf Honorar- und Provisionsbasis, sowie die Pflicht zur Transparenz. Darüber hinaus bleibt das Provisionsabgabeverbot weiter bestehen, für die persönliche Beratung gelten Mindestanforderungen und zu jedem Produkt ist ein zusätzliches Informationsblatt obligatorisch.
Schließlich muss das ganze Maßnahmenbündel auch noch überprüfbar sein und abgesichert werden, alles zum Nutzen der Kunden. Doch statt Transparenz und Vertrauen hat die ausufernde Regulatorik in der Branche Unsicherheit produziert. Denn Begriffe wie "Zielmarktdefinition" oder "Angemessenheitsprüfung" sind unpräzise und lassen Raum für Spekulation z.B. rund um die Frage nach der Haftungssicherheit.
In dieser Gemengelage versucht seit fünf Jahren das Institut für Finanznorm Defino Klarheit für alle Beteiligten zu schaffen. "Lasst die Branche selber machen", um die Regulatorik in Schach zu halten, so der Ansatz von Klaus Möller, Gesellschafter und Geschäftsführer bei Defino im Video-Interview.
Unverständlichkeit der Gesetzestexte, Unsicherheiten über die Frage, ob und wer in letzter Konsequenz einen Datenschutzbeauftragten braucht und alle Fragen rund um das Megathema Digitalisierung hat der Veranstalter der 12. MMM-Messe in München, Norbert Porazik, als die Themen identifiziert, die den Vermittlern auf den Nägeln brennen. Lohnt sich es überhaupt noch Makler zu werden? Diese Frage stellen sich immer mehr Marktteilnehmer auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen.
Für Fonds Finanz zumindest lohnt sich das Geschäft, wie bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen deutlich wurde: Mit rund 320 Mitarbeitern wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 ein Umsatz von 134 Mio. Euro erwirtschaftet, der Gewinn EBT (earning before taxes) beläuft sich auf 3,5 Mio. Euro, das Eigenkapital wird weiter mit 14,2 Mio. Euro beziffert. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Fonds Finanz einen neuen Rekordumsatz.
Im Interview mit VWheuteTV fordert Porazik vom Gesetzgeber mehr Verständlichkeit, mehr Vorlaufzeit, ein geringeres Tempo der Regulierung sowie mehr Verständnis für die Konsequenzen der Gesetzgebung.
(vwh/ak)
Bild: Konstantin Gastmann / PIXELIO (www.pixelio.de)
Fonds Finanz Maklerservice · IDD · Norbert Porazik
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