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Botermann: Neue bAV braucht die Wahl mit der Klassik

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Mit Blick auf die Zielrente betrachtet Walter Botermann Run-Offs mit Sorge. "Wir möchten nicht mit jemandem zusammenarbeiten, der nicht langfristig zu seinen Beständen steht", sagte der Chef des Alten Leipziger-Hallesche-Konzerns am Mittwoch in der Bilanzpressekonferenz. "Gerade erleben wir, dass einige aus der klassischen betrieblichen Altersvorsorge aussteigen.
Es ist ein extremer Aufwand für Partner, dies aufzulösen, und beim Kunden ein Glaubwürdigkeits-Thema." Grundsätzlich sei die Alten Leipziger an einem Konsortium interessiert; eine Mitarbeit beim Rentenwerk schloss er jedoch explizit aus. Ab Mitte des Jahres sei die Alte Leipziger "lieferfähig".
Hierbei kooperiere man bereits mit der HSBC Bank. Botermann meint, dass der Arbeitnehmer zwischen Zielrente und klassischer bAV wählen können müssten, damit die neue Form auch bei Nichterreichen von in Aussicht gestellten Zielhöhen vor Gerichten bestehen könne. Andernfalls könne in Zukunft doch über die Hintertür der Rechtsprechung die Arbeitgeberhaftung aufleben.
Der Ende Juni aus Altersgründen ausscheidende Konzernchef kritisiert, dass viele Gesellschaften in der Vergangenheit zu wenig Eigenkapital aufgebaut haben. Die Alte Leipziger verfolgt seit Jahren eine Politik der Reservenstärkung und hat ihr Eigenkapital 2017 um 42 Mio. Euro auf 886 Mio. Euro erhöht. Nach Unternehmensangaben nehmen alle Konzerngesellschaften die Solvency-II-Hürden ohne Volatility Adjustment oder Übergangsmaßnahmen.
Die AL-Leben kommt auf eine Solva-Quote von 302 Prozent, die Hallesche von 684 Prozent "Eine Änderung der Berechnung der Zinsstrukturkurve, so wie von der Eiopa in die Diskussion gebracht, wird uns nicht ins Schlingern bringen", so Botermann. Getragen von allen Gesellschaften ist der Konzern 2017 um 4,3 Prozent auf 4,53 Mrd. Euro Umsatz gewachsen. Der Lebensversicherer buchte mit 2,43 Mrd. Euro 2,7 Prozent mehr Beitrag, der Krankenversicherer mit knapp 1,2 Mrd. Euro 3,9 Prozent.
Sein Nachfolger Christoph Bohn sieht als einen seiner Schwerpunkte die Digitalisierung. In der Krankenversicherung wird zusammen mit der Signal Iduna eine E-Health-Kundenplattform entwickelt. Viele Service-Angebote und Schnittstellen sollen dafür sorgen, dass man vom Kunden immer mehr als Gesundheitspartner denn als Kostenerstatter empfunden wird. "Das Betriebsmodell ist bereits umgestellt und zentralisiert, die Technik kommt in diesem Jahr und wir dann als laufender Prozess ausgebaut", so Bohn. (lie)
BU: Christopher Bohn (links) und Walter Botermann (links) (Quelle: lie)
bAV · Alte Leipziger-Hallsche · Walter Botermann · Christopher Bohn
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