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Barmenia, Swiss Re und Kasko lancieren Starkregenpolice

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Es ist eine nicht alltägliche Zusammenarbeit. Eine Versicherer, ein Rückversicherer und ein Insurtech starten zusammen eine Versicherung gegen Starkregen. Das Versicherer-Trio bietet einen speziellen Starkregen-Schutz sowie eine Naturgefahrenversicherung als Bausteinsystem an. VWheute hat mit Michael Groß, Leiter Hauptabteilung Tarif BA bei der Barmenia, darüber gesprochen.
Der Abschluss der neuen Police ist ohne Anbindung an eine bestehende Wohngebäude- oder Hausratversicherung möglich. Das ist in Zeiten zunehmender Starkregenereignisse ein nachvollziehbarer Gedanke. Doch wie kam die Zusammenarbeit mit Nikolaus Sühr, Managing Director des britischen Insurtech Kasko, und der Swiss Re zustande und wer macht was – VWheute hat nachgefragt und von Michael Groß interessante Details zum Produkt erfahren.
VWheute: Mit Kasko haben sie ja bereits früher bereits zusammengearbeitet. Erzählen sie doch etwas zur Zusammenarbeit mit Kasko.
Michael Groß: Mit Herr Sühr hatten in der Vergangenheit schon mehrere Projekte erfolgreich verwirklicht, er ist ein Kooperationspartner auf Augenhöhe. Wir haben gemeinsam schon einige situative Versicherungslösungen realisiert, beispielsweise den Probefahrtenschutz mit Autoscout oder die Pokémon-Versicherung. Er hat von der prozessualen Seite viel Input gegeben und verfügt über ein ausgezeichnetes Netzwerk. Es findet ein regelmäßiger Austausch statt.
VWheute: Wie kam bei der erweiterten Naturgefahrenversicherung die Swiss Re ins Spiel?
Michael Groß: Die Swiss Re ist einer unserer langjähriger Rückversicherungspartner. Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung hat die Swiss Re die Zusammenarbeit mit der Barmenia und dem Insurtech Kasko zur Neuentwicklung von Erstversicherungsprodukten gestartet. Die Barmenia ist dabei nicht nur Vertragspartner beider Unternehmen, sondern genießt auch den Ruf eines innovativen Partners, mit dem man schnell neue Ideen entwickeln und umsetzen kann, wie den Probefahrten-Schutz oder den Drittfahrerschutz.
VWheute:Welche Aufgaben übernimmt welches Unternehmen bei der erweiterten Naturgefahrenversicherung?
Michael Groß: Ziel ist es, in der Produktentwicklung, der technischen Umsetzung sowie der Vermarktung die jeweiligen Kompetenzen der Partner zu bündeln. Die Barmenia fungiert als Risikoträger und hat Zugang zu den Vertriebskanälen. Kasko stellt die Plattform (Front-End und Teile des Back-Ends) zur Verfügung, die Swiss Re übernimmt die Rückversicherung. Alle drei Parteien bringen ihre Ideen in die Produktentwicklung ein.
VWheute: Kunden können das Produkt ohne bestehende WV- oder HR abschließen. Gilt das auch, wenn eine Versicherung bei einem Konkurrenten besteht und wie funktioniert das im Schadenfall?
Michael Groß: Ja, auch das ist möglich, damit geht die Barmenia einen völlig neuen Weg. Das Produkt wird in zwei Varianten angeboten:
  • Singuläre Starkregenkomponente
Diese deckt den situativen Schutzbedarf eines Kunden vor den Folgen eines Starkregen-Ereignisses. Der Kunde kann den Versicherungsschutz unkompliziert über eine APP erwerben. Merkmale wie Versicherungssumme und Zeitraum bestimmt der Kunde selbst. Die Prämie für diesen Versicherungsschutz ist unabhängig vom (deutschen) Wohnort des Versicherungsnehmers und unabhängig davon, ob nur Hausrat und/oder ein Wohngebäude abgesichert werden soll.
  • Als beliebig kombinierbares Bausteinprodukt
Dieses Produkt wollen wir privaten "Standard"-Risiken anbieten. Auf Grund des bewusst einfach gestalteten Abschlussprozesses, der insbesondere auf Risikoprüfung verzichtet, ist das Produkt nicht für exponierte oder hochpreisige Risiken geeignet.
Wir wollen folgende kombinierbare Bausteine anbieten:
  • Baustein eins: Schutz gegen Überschwemmung, Starkregen und Rückstau
  • Baustein zwei: Schutz gegen Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbruch
In unseren Bedingungen ist der Versicherungsfall genau definiert, so dass eine Abgrenzung zu denen über die Wohngebäude oder Hausratversicherung versicherten Gefahren zu jeder Zeit gegeben ist.
VWheute: Welche Ziele haben Sie sich mit dem Produkt gesetzt?
Michael Groß: Die Erweiterte Naturgefahrenversicherung in den Sachsparten schützt die Versicherungsnehmer vor Überschwemmung, Erdbeben etc. Traditionell wird diese Deckung nur als Annex an eine Wohngebäude- oder Hausratversicherung angeboten. Obwohl die erweiterte Naturgefahrendeckung – insbesondere für Hauseigentümer – eine existenziell wichtige Absicherung darstellt, ist die Anbindungsquote in Deutschland ausgesprochen niedrig.
Nach Angaben des GDV aus März 2017 sind gerade einmal 40 Prozent der Gebäude gegen die über Sturm/Hagel hinausgehenden Naturgefahren abgesichert. Unsere Kunden werden aber insbesondere vor oder nach entsprechenden Unwetterereignissen – auch durch die Berichterstattung in den Nachrichtenmedien, für diese Themen sensibilisiert. Daher wollen wir genau in diesen Situationen entsprechende Angebote vorhalten. Unser Ziel ist es, passgenaue und situative Lösungen anzubieten.
Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.
Bild: Starkregen (Quelle: Ulrich Merkel / www.pixelio.de / PIXELIO)
Swiss Re · Barmenia · Kasko · Michael Groß · Nikolaus Sühr
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