Politik & Regulierung

Gesundheits-App-Streit beschäftigt Politiker

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Sind uns die Schweizer einen Streit voraus? Im Alpenland poltern Politiker gegen eine Gesundheits-App der Helsana, die Prämien für einen gesunden Lebensstil auszahlt. Politiker sehen das Gleichheitsprinzip gefährdet und mahnen Diskriminierung an. Die Aufsichtsbehörde sieht keine Gefahr.
Die App der Helsana funktioniert ähnlich wie die der Generali, wer sich regelmäßig bewegt und sich gesund ernährt, der bekommt Punkte, die er gegen Prämien eintauschen kann. Bei der Schweizer Versicherung können sich die Kunden den verdienten Bonus auch auszahlen lassen.
Der Vorwurf von Politikerseite ist nicht neu, durch solche Prämien werde der Solidaritätsgedanken ausgehöhlt. Der Obwaldner Nationalrat der Christlichdemokratischen Volkspartei Karl Vogler (61) sagte: "Wenn sich andere Krankenkassen daran ein Beispiel nehmen, höhlen wir das System aus." weitere Politiker aus anderen Parteien schlossen sich der Kritik inhaltlich an.
Alain Berset, Bundespräsident und Gesundheitsminister setzt sich für die Chancengleichheit ein, auch und gerade im Gesundheitssystem, er bemängelt, dass "solche Programme das Gegenteil machen: Kranke, Behinderte, Betagte und all jene, die technisch nicht so versiert sind, werden diskriminiert."
"Alles ok", sagt die Aufsichtsbehörde
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat nach Angaben der "Blick" die Gesetzmäßigkeit der App-Offerte geprüft und für nicht beanstandungswürdig befunden. BAG-Sprecherin Katrin Holenstein erklärt: "Zum einen steht das Programm allen offen. Es können nicht nur mit sportlichen Aktivitäten Punkte gesammelt werden. Und zum anderen werden keine Gelder aus der Grundversicherung verwendet." Bei dem Angebot der Helsana finanzieren die Zusatzversicherten mit ihren Prämien die Rabatte für die Grundversicherten, was laut BAG offenbar in Ordnung ist.

Datenverwendung und Parallelen

Aktuell prüft der Schweizer Datenschutzbeauftragte Adrian Lobsiger (57) das Programm der Helsana. Seine Frage ist, was mit den Daten der Grundversicherten passiert, die per App gesammelt werden.
Fragen nach der Benachteiligung von körperlich eingeschränkten Personen zu Gunsten der Fitten und Bedenken wegen Datenschutz, genau diese Fragen wurden auch bei der Präsentation der Generali-App laut, die Politik hielt sich damals größtenteils mit markigen Worten zurück. Das wird sich ändern, wenn die erste PKV oder GKV einen der Helsana-Idee ähnlichen Vorschlag präsentiert. (vwh/mv)
Bild: App (Quelle: Oleksiy Mark Fotolia)
 
Generali · App · Gesundheits-Apps · Helsana
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