Märkte & Vertrieb

Axa und Gothaer kaufen Roland Rechtschutz

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Axa und Gothaer haben die Roland Rechtschutz übernommen. Vier Versicherer verkaufen ihre Beteiligung an die beiden Platzhirsche, die trotz unterschiedlicher Anteile, Axa 60 Prozent, Gothaer 40 Prozent, "weitgehend gleichberichtigt" agieren wollen. Die finanziellen Einzelheiten des Geschäfts bleiben geheim.
Die Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG weist einen Marktanteil von mehr als zehn Prozent aus und ist damit die Nummer drei auf dem hiesigen Markt. Im Jahr 2016 wurden Beitragseinnahmen von 428,6 Mio. Euro erzielt. Das sind ansprechende Zahlen, daher ist davon auszugehen, dass die verkaufenden Unternehmen sich ihre Anteile ordentlich versilbern ließen. Die abgebenden Gesellschaften sind die Barmenia Krankenversicherung a.G., Basler Beteiligungsholding GmbH, Braunschweig Beteiligungsgesellschaft mbH und Feuersozietät Berlin Brandenburg. Die Basler und Barmenia bleiben Vertriebspartner der Roland. Für die abgebende Basler ist der Verkauf der Beteiligung ein "weiterer konsequenter Schritt in der strategischen Ausrichtung".
Geteilte Aufgaben
Der neue Aufsichtsrat von Roland wird paritätisch besetzt sein. Die Axa kann die Beitragseinnahmen von Roland in ihre Konzernbilanz aufnehmen. Die Transaktionen stehen u.a. noch unter dem Vorbehalt der Prüfung der Aufsichtsbehörden. Alexander Vollert, Vorstandsvorsitzender der Axa Konzern AG zum Geschäft: "Mit der Mehrheit an Roland stärken wir unsere Marktposition in dem für uns hochattraktiven Geschäftsfeld der Schaden- und Unfallversicherung. Rechtsschutz ist ein wichtiger Baustein in unserer Strategie, den Kunden Sicherheit zu geben. Mit der Übernahme runden wir unser Angebot weiter ab, um mit einfacheren und schnelleren Lösungen für unsere Kunden ein noch relevanterer Partner zu werden. Wir freuen uns, Roland gemeinsam mit Gothaer in einer deutlich vereinfachten Eigentümerstruktur noch erfolgreicher weiterzuentwickeln."
Karsten Eichmann, Vorstandsvorsitzender der Gothaer, zu den Plänen: "Der Bereich Rechtschutz ist für die Gothaer ein wichtiges Geschäftsfeld, das für ein ganzheitliches Angebot für unsere Kunden von großer Bedeutung ist und zugleich erhebliches Wachstums- und Ertragspotenzial bietet. In der neuen Konstellation können wir dieses Potenzial gemeinsam mit Axa und Roland effizient weiter entwickeln."

Der Druck steigt

Der deutsche Versicherungsmarkt ist kräftig in Bewegung. Unternehmen wie die Generali stoßen fleißig Teile ab, andere Markteilnehmer trennen sich von alten Zöpfen oder kaufen im Ausland zu. Die Gothaer und Ergo haben im eigenen Vorgarten akquiriert, das hat Vorteile, denn der deutsche Markt ist diesen Unternehmen vertraut, lange Eingewöhnungszeiten sind nicht zu erwarten. Ob die "weitgehend gleichberechtigte" Zusammenarbeit funktionieren wird, das werden die Geschäftszahlen der Roland 2018 und 2019 zeigen.
Interessant wäre der Kaufpreis, denn die Preise sind derzeit auf einem absoluten Hoch, gerade für Sach- und Unfallversicherer. Die französische Axa hat nach einigen Experten beim Kauf der XL Catlin zu viel bezahlt, hat die deutsche Tochter das auch getan? Ohne Kenntnis des Kaufpreises reine Spekulation.
Sicher ist, der deutsche Versicherungsmarkt wird enger und die Zahl der Anbieter wird dank der Insurtechs nicht geringer. Sehr wohl schwinden wird aber der Kundenkreis, was zu weiteren Konsolidierungen führen wird. (vwh/mv)
Bildquelle: Roland
Gothaer · Axa · Basler · Barmenia · Roland · Rechtschutz
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