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Nürnberger und Atradius nehmen mehr Prämien ein

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Berichtssaison der Versicherer läuft derzeit auf Hochtouren. Zu Wochenbeginn haben gleich drei Versicherer ihre Geschäftsbilanz für 2017 vorgelegt. Während die Nürnberger und der Kreditversicherer Atradius mehr Beitragseinnahmen generiert haben, verzeichnet die Ammerländer trotz Unwetter ein Gewinnplus. Die Volkswagen Financial Services haben zudem bei den Verträgen zugelegt.
So verzeichnete die Nürnberger nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr ein Beitragsplus von 2,0 Prozent auf 3,403 Mrd. Euro (2016: 3,335 Mrd.). Das Neugeschäft stieg auf 513,8 Mio. Euro (2016: 496,1 Mio.). Wachstumstreiber waren dabei laut Versicherer die Krankenversicherung (+20,9 Prozent) und in der Schadenversicherung (+17,9 Prozent).
Allerdings musste die Nürnberger im Jahr 2017 insgesamt 2,56 Mrd. Euro für Versicherungsfälle und Beitragsrückerstattungen an ihre Kunden aufbringen (gegenüber 2,44 Mrd. Euro im Vorjahr). Dennoch verbuchte der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Umsatzplus von 4,7 Prozent auf 4,387 Mrd. Euro. Der Jahresüberschuss stieg deutlich von 59,3 Mio. auf 99,5 Mio. Euro. Die Dividende soll stabil bei drei Euro je Aktie liegen.
"Als unabhängiges Unternehmen können wir unsere Verantwortung für die Gesellschaft, für Kunden, Mitarbeiter und Partner sowie für die Branche und die Region wirkungsvoll wahrnehmen. Unser Ziel ist die konsequente Orientierung an den Bedürfnissen unserer Kunden mit für sie passenden Produkten und Dienstleistungen sowie flexiblen, digitalen Systemen und Prozessen. Hier sind wir auf einem sehr guten Weg", kommentiert Vorstandschef Armin Zitzmann die Geschäftsbilanz 2017.
Für 2018 rechnet er zudem mit einem Wachstum der laufenden Neubeiträge vor allem aus dem Geschäft mit Biometrie- und Fondsprodukten. Allerdings befürchtet der Konzern wegen steigender Zuführungen zur Zinszusatzreserve einen erheblichen Rückgang des LV-Gesamtergebnisses. Aber: Die Lebensversicherung "ist und bleibt ein unverzichtbarer und wertvoller Bestandteil der privaten Altersvorsorge. Dieses Geschäftsfeld werden wir nicht nur erhalten, sondern aufbauen", betont Zitzmann.

Atradius: Prämieneinnahmen steigen um 5,1 Prozent

Der Kreditversicherer Atradius verzeichnete im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg bei den Gesamteinnahmen um 5,1 Prozent (bereinigt um Währungseffekte) auf 1.837,2 Millionen Euro. Der Gewinn nach Steuern liegt bei 186,2 Mio. Euro. Die Brutto-Schaden-Kostenquote ging hingegen auf 77,4 Prozent zurück.
Besonders positiv verlief das Geschäft nach Angaben des Kreditversicherers in den Regionen Nordamerika, Asien sowie Zentral- und Osteuropa. Für das laufende Jahr rechnet Atradius mit einem weiteren Wachstum der Weltwirtschaft und - damit einhergehend - mit einem Umsatzwachstum seiner Kunden. Allerdings könnten protektionistische Maßnahmen und die anhaltende Brexit-Unsicherheit eine Bedrohung für exportstarke Unternehmen darstellen, konstatiert der Konzern weiter.
"Seit Jahren ist es unsere oberste Priorität, ein verlässlicher Partner für unsere Kunden und Geschäftspartner zu sein und ihnen überall, wo sie mit uns Geschäfte machen, einen exzellenten Service zu bieten. Da sich die Rahmenbedingungen stetig verändern, müssen unsere Kunden in der Lage sein, schnell zu handeln und Chancen wahrzunehmen", kommentiert Isidoro Unda, Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer (CEO) von Atradius.

Gewinnplus für die Ammerländer

Eine positive Bilanz zieht auch die Ammerländer Versicherung. So verzeichnete der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit einen von 2,44 Mio. Euro (2016: 493.785 Euro). Die Zahl der Mitglieder stieg zudem um 24,6 Prozent auf 457.315.
Trotz der Unwetter "Paul", "Rasmund" und "Xavier" war 2017 aus Sicht der Ammerländer ein moderates Schadenjahr. Zwar stieg die Zahl der Schadenfälle auf 22.782 (2016: 17.503). Die geleisteten Zahlungen blieben hingegen mit 16,9 Mio. Euro stabil auf Vorjahresniveau (2016: 16,8 Millionen Euro). Die Netto-Schadenquote lag 2017 bei 44,19 Prozent (2016: 55,46 Prozent).
"Wie auch in den vergangenen Jahren sind wir aus eigener Kraft gewachsen und verfügen gleichzeitig über eine solide Basis an Eigenmitteln sowie gute Risikostrukturen. Um diese Entwicklung fortzuführen, sollen 2018 der Kundenservice sowie Arbeitsprozesse und –strukturen im gesamten Unternehmen weiter verbessert werden", erläutert Vorstandschef Axel Eilers.

Rekordergebnis für Volkswagen Financial Services

Die Volkswagen Finanzdienstleistungen haben das Geschäftsjahr 2017 hingegen mit einem neuen Rekordergebnis abgeschlossen. So stieg die Bilanzsumme nach Unternehmensangaben um 9,9 Prozent auf 186,9 Mrd. Euro (2016: 170 Mrd.). Der Gesamtvertragsbestand inklusive aller Joint Ventures stieg um 8,1 Prozent auf einen neuen Höchststand von 19,7 Millionen Stück (2016: 18,2 Mio. Stück). Das Ergebnis stieg um 16,9 Prozent auf 2,46 Mrd. Euro (2016: 2,1 Mrd. Euro).
Hohe Vertragszugänge verzeichnete die VW-Tochter im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem in China, Italien und Spanien. "Insgesamt sind wir zusammen mit den Marken des Volkswagen Konzerns weltweit sehr gut gewachsen. Erstmals haben die Märkte China und Spanien einen Vertragsbestand von mehr als einer Million Stück erreicht. Diese neuen Rekorde freuen uns sehr", kommentiert Vertriebsvorstand Christian Dahlheim.
Demnach umfasste der Bestand an Versicherungsverträgen im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt 5,559 Millionen Stück, was einem Plus von 2,56 Prozent gegenüber dem Vorjahr (5.459 Stück) entspricht. Für 2018 zeigt sich das Unternehmen weiter optimistisch: "Bei Fortbestehen der guten konjunkturellen Rahmenbedingungen wird im laufenden Jahr ein Ergebnis auf Vorjahresniveau für den Geschäftsbereich Volkswagen Finanzdienstleistungen erwartet", prognostiziert Finanzvorstand Frank Fiedler. (vwh/td)
Bildquelle: Thorben Wengert / PIXELIO (www.pixelio.de)
Volkswagen Financial Services AG · Nürnberger · Atradius · Ammerländer
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