Köpfe & Positionen

Ärzteschaft: Jens Spahn sorgt für Skepsis

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Kaum hat Jens Spahn (CDU) sein Amt als Bundesgesundheitsminister angetreten, steht der 37-Jährige bereits im Mittelpunkt der medialen Aufmerksamkeit - sei es mit seiner Kampfansage an die Zwei-Klassen-Medizin, Armut und Hartz IV oder seine Ansichten zur Abtreibung. Auch die Ärzteschaft blickt einer aktuellen Umfrage zufolge mit einer gewissen Skepsis auf den Kabinettsneuling.
So kommt der Ärztenachrichtendienst (änd) in Hamburg in einem aktuellen Meinungsbild zu dem Ergebnis, dass immerhin 43 Prozent der 1.121 befragten Mediziner dem gelernten Bankkaufmann das nötige Vorwissen für das neue Amt bescheinigen. Lediglich 32 Prozent fürchten, dass ihm die nötigen Vorkenntnisse fehlen, um das Amt angemessen ausüben zu können. Jeder Vierte (25 Prozent) traut sich noch kein Urteil über Spahns fachliche Eignung zu.
Die Erwartungen an den neuen Bundesgesundheitsminister sind hingegen laut Umfrage eher bescheiden. Lediglich 14 Prozent der Ärzte sind der Meinung, dass Spahn aufgrund bisherige Aussagen zur Gesundheitspolitik und seiner politischen Einstellung deutliche Verbesserungen in der ambulanten medizinischen Versorgung erreichen könne. Eine Mehrheit von 56 Prozent der befragte Ärzte befürchtet hingegen, dass es eher zu Verschlechterungen kommen werde. 30 Prozent wollten in der Sache noch keine Einschätzung abgeben.
Dabei erhoffen sich die befragten Mediziner von Spahn den Ausstieg aus der Budgetierung in der ambulante medizinischen Versorgung vorbereitet. Mit einigem Abstand folgt dann das Ende der Regresse, das Zurückdrängen des Einflusses von Krankenkassen ins Versorgungsgeschehen sowie eine gezielte Stärkung der Freiberuflichkeit.
Ein wesentlicher Grund für die Skepsis unter Deutschlands Ärzten liegt hingegen auch im aktuellen Koalitionsvertrag begründet. Während 60 Prozent von den gesundheitspolitischen Inhalten des Vertragswerkes sehr enttäuscht sind, können sich 4ß Prozent immerhin teilweise mit einigen Themen anfreunden. Lediglich fünf Befragte signalisierten eine "absolute Zustimmung" zum Koalitionsvertrag. (vwh/td)
Bild: Jens Spahn (Quelle: BMG/Jochen Zick)
Bundesgesundheitsminister · Ärzte. Jens Spahn
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