Köpfe & Positionen

Buberl fordert staatlichen Pool gegen Cyberangriffe

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Cyberangriffe gehören bekanntlich zu den größten Risiken für Unternehmen. Auch wenn diese Risiken zwar grundsätzlich versicherbar sind, ist es auch "eine Frage des Preises. Gerade bei solchen Fällen wird es extrem teuer", betont Axa-Chef Thomas Buberl gegenüber der NZZ am Sonntag. Seine Forderung: die Öffentlichkeit soll bei einem Schaden einen Teil der Kosten tragen.
"Lösungen für diese Risiken werden in irgendeiner Art und Weise von der öffentlichen Hand und den privaten Versicherern gemeinsam getragen werden müssen", konstatiert Buberl im Interview mit der Schweizer Zeitung. Ein Lösungsansatz wäre aus Sicht des Axa-Chefs "eine zweistufige Lösung. Einerseits ein Pool, in den die Versicherungskonzerne einzahlen, und andererseits eine staatliche Garantie. Ich glaube, bei Cyberattacken wird es schließlich ähnlich laufen. Bis es so weit ist, bleibt das Risiko der deutschen Regierung daher sehr schwierig versicherbar."
Zudem brauche es "neue Risikomodelle, die der globalen Dimension von Cyberangriffen Rechnung tragen". Dabei sieht Buberl auch die Unternehmen in der Pflicht: "Wer betroffen war, sollte das öffentlich machen. Das hilft der Gemeinschaft. Cyberangriffe haben kaum abschätzbare Zerstörungskraft. Im letzten Jahr etwa war ein Süßwarenproduzent Ziel eines Angriffs, bei dem eine Formel verändert wurde. Die Bedrohungslage ist groß."
Die potenzielle Konkurrenz durch Tech-Giganten wie Amazon oder Google sieht Buberl hingegen kritisch. "Die Tech-Giganten sind uns zwar in einem wesentlichen Punkt voraus: Sie erreichen die digitalen Endkunden besser. Wer Versicherungen anbieten will, braucht jedoch Versicherungs-Know-how, um Daten zu interpretieren und Risiken richtig
einschätzen zu können, und eine gute Reputation", konstatiert der Axa-Chef.
"Für Tech-Firmen ist es darum nicht ganz so einfach, das Versicherungsgeschäft zu kopieren. Wir sind lange da, wir sind zuverlässig, uns wird vertraut", glaubt Buberl. So rechnet Buberl nicht damit, dass Amazon, Google & Co. nicht mit den Versicherern konkurrieren werden, "sondern dass wir miteinander Partnerschaften eingehen werden". (vwh/td)
Bild: Thomas Buberl (Quelle: Axa)
Axa · Thomas Buberl
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