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Dax: Pensionsvermögen erreichen neuen Rekordstand

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Pensionsverpflichtungen der 30 Dax-Unternehmen sind im vergangenen Jahr auf einen neuen Rekordwert von 260 Mrd. Euro (2016: etwa 250 Mrd.) gestiegen. Gleichzeitig sind die Verpflichtungswerte (DBO) im Jahr 2017 auf 381 Mrd. Euro (2016: etwa 396 Mrd.) gesunken. Der Deckungsgrad stieg laut einer Analyse des Beratungsunternehmens Mercer auf mehr als 68 Prozent.
Die Gründe für die neue Rekordmarke bei den Pensionsvermögen sehen die Analysten von Mercer sowohl in der Entwicklung von festverzinslichen Wertpapieren als auch in den weiter sinkenden Spread für Kreditrisiken sind Unternehmensanleihen. Hinzu kommt eine erneut positive Entwicklung am Aktienmarkt, konstatieren die Mercer-Analysten weiter. Zudem gab es im vergangenen Jahr auch wieder größere Einzeldotierungen, darunter 3,8 Mrd. Euro bei Daimler und zwei Mrd. Euro bei der Lufthansa.
Gleichzeitig konstatieren die Mercer-Experten im vergangenen Jahr eine positive Entwicklung bei den Aktien- und den Immobilienmärkten. So war bei den europäischen Aktien trotz einiger Hypotheken des Vorjahres (Brexit und US-Präsidentschaftswahl) zum Jahresende ein Plus von 10,0 Prozent festzuhalten. "Besonders erfreulich wuchsen die Kurse der Schwellenländer-Aktien, bei denen über das Jahr ein Anstieg von ca. 20 Prozent in Euro zu verzeichnen war. Europäische Unternehmensanleihen profitierten von der stabilen Wirtschaftsentwicklung und weiter sinkenden Spreads für Kreditrisiken infolge geringer Ausfallraten, sodass das Jahr 2017 mit einer Rendite von 2,4 Prozent abschloss", konstatiert Carl-Heinrich Kehr, Principal und Investment-Experte bei Mercer Deutschland. Zudem verzeichneten viele Immobilienmärkte - insbesondere die von institutionellen Investoren gerne gesuchten Metropolen - im vergangenen Jahr deutlich zweistellige Zuwachsraten.
"In politischer Hinsicht kamen aus allen wichtigen Regionen der Welt wenig ermunternde Signale, stattdessen vielerorts Säbelrasseln – und im besten Fall Gegenwind für die Fortsetzung der wirtschaftlichen Integration weltweit. Doch selbst die Bundestagswahl mit ihrem Ergebnis einer erschwerten Regierungsbildung hat der Stabilität der Finanzmärkte nichts anhaben können. In der Summe zeigten sich die verschiedenen Kapitalmärkte überraschend unbeeindruckt von den politischen Begleiterscheinungen", konstatiert Kehr.
Allerdings erwarten die Analysten von Mercer ein durchaus schwieriges Anlagejahr 2018. So rechnet Mercer damit, dass sich die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) im Interesse eines gemilderten Anpassungsdrucks für die Länder in Südeuropa fortsetzen wird. Inwieweit sich die Anzeichen für steigende Zinsen in den USA sich bei weiteren Korrekturen bestätigen werden, ist nach Meinung der Mercer-Analysten jedoch noch ungewiss.
"Im Hinblick auf die Kapitalmärkte ist auch für das Jahr 2018 mit starken Einflüssen durch politische Prozesse zu rechnen. Diese können eine stete Quelle sowohl für eine Basisvolatilität als auch für weitere Überraschungen wie die Korrektur der Aktienmärkte Anfang Februar darstellen. Es gilt, aufmerksam zu verfolgen, inwieweit die Risiken von Investitionen auch zukünftig weiter sorgfältig geprüft werden oder eine hohe Fremdfinanzierung den betroffenen Investoren bei steigenden Zinsen auf die Füße fällt", betont Kehr.
Für seine aktuelle Untersuchung hat Mercer die bereits veröffentlichten Geschäftsberichte von 21 Dax-Konzernen untersucht, die etwa 83 Prozent der Pensionsverpflichtungen und 78 Prozent der Pensionsvermögen repräsentieren. Dazu zählen unter anderem auch die Allianz sowie de Rückversicherer Munich Re. (vwh/td)
Bildquelle: Deutsche Börse
Mercer · Dax · Pensionsverpflichtungen
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