15.03.2018Unternehmen & Management

Versicherungschefs fürchten sich vor Cyberattacken

Von VW-RedaktionVW heute
Die Vorstandschefs der Versicherungskonzerne zeigen sich derzeit "äußerst besorgt" über drohende Cyber-Attacken. Laut einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) bereiten mögliche digitale Angriffe rund 53 Prozent der CEOs in der Assekuranz derzeit große Sorgen. Industrieübergreifend sind es hingegen nur 40 Prozent.
Nahezu ebenso viele Vorstandsvorsitzende in der Versicherungsbranche (51 Prozent) sind laut globalem "CEO Survey" von PwC "äußerst besorgt" über die Geschwindigkeit des technologischen Wandels. Zum Vergleich: industrieübergreifend sind es hingegen nur 38 Prozent. 82 Prozent der Versicherungs-CEOs sehen die technologischen Veränderungen daher als "disruptiv" für das eigene Geschäftsmodell. Branchenübergreifend sind nur 68 Prozent der Vorstandschefs dieser Ansicht. Dennoch geben sich 49 Prozent der befragten Versicherungsmanager mit Blick auf die mittelfristigen Wachstumsaussichten ihres eigenen Unternehmen "zuversichtlich" und 43 Prozent sogar "sehr zuversichtlich".
Jeder zweite Vorstandschef geht zudem davon aus, dass sich das globale Wirtschaftswachstum in diesem Jahr noch einmal beschleunigen wird. Gleichwohl rechnen zwölf Prozent explizit mit einer nachlassenden Dynamik – was deutlich mehr ist als im Durchschnitt aller Branchen (fünf Prozent). Daher zeigen sich auf Sicht eines Jahres auch nur 31 Prozent der Versicherungschefs "sehr zuversichtlich", was die Aussichten ihres eigenen Unternehmens angeht. Auf Drei-Jahres-Basis sind es immerhin 43 Prozent der befragten Versicherungsmanager.
Immerhin: Deutschland zählt derzeit nur für 25 Prozent der befragten Versicherungschefs als wichtigster Zielmarkt. Damit liegt die Bundesrepublik klar hinter den USA mit 35 Prozent, aber noch deutlich vor China mit 19 Prozent. "Das könnte darauf hindeuten, dass sich der ohnehin harte Konkurrenzkampf auf dem hiesigen Markt noch einmal verschärfen wird", PwC-Partner Alexander Hofmann, Insurance Leader bei PwC Deutschland.
Fusionen und Übernahmen scheinen für die Entscheider in der globalen Versicherungsbranche derzeit hingegen keine große Rolle zu spielen. Vielmehr tätigten nur acht Prozent der befragten Versicherer in den vergangenen zwölf Monaten eine "substanzielle Akquisition". Zum Vergleich: branchenübergreifend waren es 14 Prozent. Dementsprechend gaben auch nur zehn Prozent der Versicherungs-CEO an, dass ihre Unternehmen im vergangenen Jahr selbst zum Ziel eines Akquisitionsversuchs geworden seien. Auch damit lag die Assekuranz deutlich unter dem Durchschnitt aller Branchen (16 Prozent).
"Auf den ersten Blick scheinen die Ergebnisse widersprüchlich – in Wirklichkeit lassen sie sich jedoch sehr gut begründen", kommentiert PwC-Experte Hofmann die Umfrageergebnisse. "Noch vor ein, zwei Jahren fürchteten viele Versicherer, dass Insurtechs und andere neue Player ihnen rasch Marktanteile streitig machen würden. Diese Sorge hat sich jedoch bislang nicht bestätigt. Stattdessen macht sich die Branche mittlerweile daran, den digitalen Wandel selber voranzutreiben und mitzugestalten – mit den Insurtechs als Partnern", erläutert der Experte. (vwh/td)
Bildquelle: Tim Reckmann / PIXELIO (www.pixelio.de)
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