Köpfe & Positionen

Ergo-Vorstand Muth: "Amazon wäre spannender Partner"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Internetgiganten wie Amazon oder Google mischen mittlerweile auch das Versicherungsgeschäft auf - was in der Branche naturgemäß auf ein geteiltes Echo stößt. Ergo-Vorstand Clemens Muth kann dem Ganzen durchaus auch positives abgewinnen. "Ich glaube nicht, dass wir Amazon hier so schnell sehen werden. Aber wenn doch, bitte sehr", betont er in einem Interview mit dem Handelsblatt.
Denn: "Wir nehmen es in der Krankenversicherung mit jedem auf. Wir müssen aber erst einmal sehen, wie sich das weiterentwickelt. Es können ja auch Partnerschaftsmodelle sein, die für die Ergo interessant sind", betont der Vorstandsvorsitzende des privaten Krankenversicherers DKV. Vielmehr liest Muth aus den Aktivitäten eine "positive Botschaft heraus: Es zeigt, dass Krankenversicherung ein interessantes Geschäftsmodell ist".
Dabei ist der Ergo-Manager nach eigener Aussage durchaus offen für eine Kooperation mit Amazon. "Ich kann mir hier viele Lösungen vorstellen. Amazon wäre schon ein spannender Partner. Wir sind generell offen für eine Kooperation - das kann mit in der Branche etablierten Unternehmen sein, aber auch mit jüngeren Firmen".
Mit Blick auf die neue Bundesregierung, welche heute in ihr Amt eingeführt wird, sieht Muth die Berufung von Jens Spahn (CDU) zum neuen Bundesgesundheitsminister durchaus positiv. "Nun, Herr Spahn ist für uns ja kein Unbekannter und ein ausgewiesener Gesundheitsexperte: Von 2009 bis 2015 war er schon gesundheitspolitischer Sprecher der Unionsfraktion. Insofern sind wir zuversichtlich, dass wir weiter einen kompetenten Gesprächspartner im Ministerium finden werden. Und er hat sich gegen die Bürgerversicherung ausgesprochen", betont Muth.
Kritisch sieht er hingegen die geplante Angleichung der Ärzte-Honorare: "Der entscheidende Punkt ist doch, dass in Deutschland die medizinische Versorgung für alle gewährleistet ist - auch für die Kunden der Gesetzlichen. Im Koalitionsvertrag geht es um die Reform sowohl der ambulanten Honorarordnung in der gesetzlichen als auch die Gebührenordnung der privaten Krankenversicherung. Hierzu sollen Vorschläge erarbeitet werden. Die unterschiedlichen Honorarprinzipien sind Teil des dualen Systems." (vwh/td)
Bild: Clemens Muth (Quelle: Ergo)
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