Politik & Regulierung

bAV: Extreme Wissenslücken bei kleinen Unternehmen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Mit dem neuen Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) soll die betriebliche Altersvorsorge vor allem in kleineren und mittleren Unternehmen deutlich ausgeweitet werden. Allerdings gibt es vor allem bei Arbeitnehmern in kleineren Unternehmen noch extrem große Wissenslücken, was die betriebliche Altersversorgung betrifft. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Aon Hewitt.
Demnach weiß rund die Hälfte der Mitarbeiter in Betrieben mit bis zu 250 Mitarbeitern (48,9 Prozent) nichts davon, dass für sie bereits seit langem ein Anspruch auf betriebliche Altersversorgung besteht. Auch bei vielen Arbeitgebern in kleineren Unternehmen herrscht laut Studie noch eine gewisse Unkenntnis. Fast ein Drittel (29,2 Prozent) der Manager weiß demnach nicht, dass sie ihren Mitarbeitern eine Entgeltumwandlung anbieten müssen.
Allerdings sind viele Arbeitgeber durchaus bereit, sich in dieser Hinsicht zu engagieren, heißt es bei Aon Hewitt weiter. Lediglich bei Kleinstbetrieben mit bis zu zehn Mitarbeitern gibt es mit etwas mehr als einem Viertel (26,1 Prozent) noch eine nennenswerte Zahl von "Totalverweigerern", konstatieren die Studienautoren weiter. Deren Anteil schrumpft bei den Unternehmen zwischen 51 und 250 Mitarbeitern allerdings auch einen sehr geringen Anteil von 4,3 Prozent.
Dennoch scheint der Mangel an Informationen noch immer ein wesentlicher Hinderungsgrund dafür zu sein, dass das Potenzial der Betriebsrenten ausgeschöpft wird. So hat rund zwei Drittel der Arbeitnehmer noch nichts vom Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) gehört, das Anfang 2018 in Kraft getreten ist. Dabei fallen die Unterschiede zwischen kleineren Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigten (69,9 Prozent) und Großbetrieben (65,7 Prozent) kaum ins Gewicht.
Lediglich die Mitarbeiter bei Banken, Versicherungen und anderen Finanzdienstleistern sind von Berufswegen besser informiert, heißt es in der Studie von Aon Hewitt weiter. Aber auch in dieser Branche haben 40 Prozent der Mitarbeiter noch nichts von dem neuen Gesetz gehört.
"Die Informationsdefizite behindern ganz entscheidend die Entwicklung der betrieblichen Altersversorgung. Unsere Studie zeigt klar, dass es sowohl bei Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern eine große Bereitschaft besteht, in die betriebliche Altersversorgung zu investieren. Der größte Nachholbedarf besteht hier sicher bei den Kleinbetrieben, aber auch im Mittelstand ist noch Einiges zu tun", kommentiert Fred Marchlewski, Aon Hewitt Geschäftsführer, die Ergebnisse der Studie. (vwh/td)
Bildquelle: Rainer Sturm / PIXELIO (www.pixelio.de)
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