Politik & Regulierung

TK verzeichnet neuen Rekord bei Behandlungsfehlern

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Techniker Krankenkasse (TK) hat im vergangenen Jahr einen neuen Rekord bei den Behandlungsfehlern registriert. Nach Angaben des gesetzlichen Krankenversicherers haben demnach rund 5.500 Versicherte einen Behandlungsfehler durch ihren behandelnden Arzt vermutet. Dies entspricht einem Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die meisten Beschwerden gab es nach Angaben der TK über Behandlungen beim Chirurgen (1.477 Verdachtsfälle). Danach folgten Zahnärzte (920 Verdachtsfälle), Allgemeinmediziner (546 Fälle) und Orthopäden (351 Fälle). Auf die Innere Medizin entfielen 221 Beschwerden, Gynäkologen kamen auf 219 und Augenärzte auf 216 Fälle. Insgesamt hat die Krankenkasse im vergangenen Jahr mehr als 15 Mio. Euro von Ärzten und Kliniken für die Folgekosten von Fehlbehandlungen zurückgefordert.
"Die Versicherten sind heute wesentlich kritischer und selbstbewusster als früher. Aus den 'Göttern in Weiß' ist inzwischen ein normaler Dienstleister geworden, dessen Leistungen auch in Zweifel gezogen werden können, wenn etwas schief geht", kommentiert Medizinrechtsexperte Christian Soltau.
Und dennoch: "Etwa bei jedem dritten Fall erhärten sich im Laufe des Gesprächs und der späteren Überprüfung die Hinweise auf einen Behandlungsfehler, sodass wir ein Gutachten beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung in Auftrag geben", ergänzt Soltau. Allerdings geht die TK noch von einer hohen Dunkelziffer an unentdeckten Behandlungsfehlern aus. (vwh/td)
Bildquelle: Christoph Droste / PIXELIO (www.pixelio.de)
Grafikquelle: TK
Behandlungsfehler · Techniker Krankenkasse