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"Wir sehen uns in der Pflicht, das Modell zu erklären"

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Die Reform der Betriebsrente leitet einen Paradigmen-Wechsel in der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) ein. Im Sozialpartner-Modell fallen Garantien künftig weg. Umfangreiche Sicherheiten sind dennoch möglich. Das den Arbeitnehmern zu vermitteln, sieht er als zentrale Aufgabe, betont Debeka-Vorstand Paul Stein im Exklusiv-Interview mit VWheute.
VWheute: Das "Rentenwerk" hat nun das eigene Produkt vorgestellt – eine fondsbasierte Direktversicherung. Welche Erkenntnisse sind da eingeflossen?
Paul Stein: Die Sozialpartner wollen Mitarbeitern ein Produkt anbieten, hinter dem sie auch selbst stehen können. Daher waren für uns die Themen Kosten, Transparenz und Sicherheit in der Kapitalanlage ganz zentral. Unser Produkt kommt so ohne jegliche versteckte Kosten aus, wird digital verwaltet und ist sehr flexibel an die Bedürfnisse der Tarifpartner anpassbar. Zugleich bieten wir umfangreiche Sicherheitsmechanismen in der Kapitalanlage.
VWheute: Warum müssen Sie das Thema Sicherheit so betonen?
Paul Stein: Weil Garantien künftig wegfallen. Das schafft zwar Chancen für mehr Erträge, denn wir können in renditestärkere Anlagen investieren, etwa in Unternehmensanleihen, Aktien, Immobilien und Alternative Investments. Aber es erzeugt auch Skepsis bei dem ein oder anderen. Zeigen doch alle Studien, wie sicherheitsorientiert die Deutschen ihr Geld anlegen.
VWheute: Spielt das Thema auch bei den Tarifpartnern eine Rolle?
Paul Stein: Eine große Sorge ist bei vielen Tarifpartnern, dass Renten im Alter sinken könnten. Wir haben in unserem Produkt daher Sicherungsmechanismen vorgesehen, die so gestaltet werden können, dass das Risiko einer Rentenkürzung sehr stark minimiert werden kann.
VWheute: Das zu vermitteln, wird sicher nicht einfach?...
Paul Stein: Da haben Sie recht. Das alles gilt es, den Mitarbeitern griffig und überzeugend zu erklären. Glaubwürdige, verständliche Beratung wird daher einer der zentralen Erfolgsfaktoren. Wir müssen zeigen, dass der Wegfall der Garantien praktisch keine wirkliche Rolle spielt. Grund dafür sind eine flexibel gestaltbare Kapitalanlage über Jahrzehnte mit vielen tausend Versicherten in einem großen Kollektiv und eben intelligente Sicherungsmechanismen.
VWheute: Sollten das nicht andere Stakeholder erklären: Arbeitgeber, Gewerkschaften, Betriebsräte?
Paul Stein: Auch. Aber zu unserem eigenen Produkt sind wir natürlich besonders gefragt. Als genossenschaftlich geprägte Versicherer nehmen wir beim „Rentenwerk“ diese Erklär-Aufgabe sehr ernst. Wir sehen uns in der Pflicht, das Modell zu vermitteln, um gerade bei Geringverdienern etwas gegen drohende Altersarmut zu tun.
Das Gespräch führte VWheute-Korrespondent Wolfgang Otte.
Bild: Paul Stein (Quelle: Debeka)
Debeka · Sozialpartnermodell · Paul Stein
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