12.03.2018Politik & Regulierung

Tarifpartner verhandeln über "mobiles Arbeiten"

Von VW-RedaktionVW heute
Die Tarifpartner im vergangenen Jahr neue Gehaltstarifverträge für den Innen- und Außendienst der Versicherungsbranche vereinbart haben. Dennoch steht in diesem Jahr tarifpolitisch noch einiges auf der Agenda. So haben sich AGV und die Gewerkschaften Verdi, DHV und DBV im August 2017 dazu verpflichtet, separat über die Chancen und Risiken der digitalen Transformation zu verhandeln. VWheute nach sich über den aktuellen Stand erkundigt.
So haben sich die Tarifpartner "erstmals am vergangenen Freitag in Coburg getroffen. Man traf insbesondere Vereinbarungen über die Struktur Verhandlungen. Ferner haben beide Seiten jeweils ihre Positionen erläutert. Das Gespräch verlief sehr konstruktiv", betont Sebastian Hopfner, stellvertretender Hauptgeschàftsführer des AGV, gegenüber VWheute.
"Der AGV setzt sich für mehr individuelle Flexibilität im Bereich der deutlich übertariflich bezahlten Angestellten ein. Hier sollen Mitarbeiter und Unternehmen größere Spielräume erhalten. Ferner muss auf die AÜG-Reform 2017 reagiert werden. Die Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten ist in bestimmten Bereichen kein sinnvoller Mechanismus. Der Gesetzgeber hat genau deshalb den Tarifvertragsparteien die Möglichkeit eingeräumt, für bestimmte Fälle diese Regelung tariflich zu flexibilisieren. Außerdem wollen wir die – leider sehr begrenzten – Möglichkeiten der tariflichen Gestaltung des Arbeitszeitgesetzes nutzen. Unstimmigkeiten bestehen sicherlich in der Frage, wie diese Themen konkret umgesetzt werden sollen", erläutert der AGV-Vertreter weiter.
Von einem "konstruktiven" Gesprächsauftakt sprach auch Martina Grundler, Bundesfachgruppenleiterin Versicherungen, gegenüber VWheute. Auch wenn man zunächst "keine umfangreichen Forderungskataloge" austauschen wolle, setzt Verdi vor allem auf "verbesserte tarifvertragliche Regelungen zur Arbeitsplatzsicherung, Regelungen zur Qualifizierung, damit die in der Branche beschäftigten Kolleginnen und Kollegen auch in der digitalisierten Versicherungswelt eine Chance haben und die Gestaltung neuer Arbeitsformen", betont Grundler. Daher "wollen wir mit einem Tarifvertrag zu mobilem Arbeiten einen Einstieg schaffen.
Die Verhandlungen selbst sind nach Angaben der Tarifparteien auf ein Jahr angelegt. "Wir werden voraussichtlich im Juni, im September und im November Verhandlungsrunden durchführen", betont Hopfner. "Der konkrete Verhandlungsverlauf wird zeigen, ob und in welchen Zeitraum wir zu Ergebnissen kommen", ergänzt Grundler. (vwh/td)
Bildquelle: M. Groszmann / PIXELIO (www.pixelio.de)
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