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Prozessauftakt gegen Ex-MEG-Chef Mehmet Göker

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Mehmet Göker, ehemaliger Chef des nach ihm benannten Versicherungsvermittlers MEG, galt einst als schillernder Vertriebsstar am Versicherungshimmel. 2009 ging sein Unternehmen hingegen insolvent. Während verschiedene Versicherer - darunter die Axa - zwischenzeitlich Provisionserlöse in Millionenhöhe von Göker zurückforderten, muss sich dieser nun ab heute vor dem Landgericht Kassel verantworten.
Der Vorwurf lautet: Gewerbsmäßiger Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen, Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz und Betrug. Dabei wird die Staatsanwaltschaft dem ehemaligen MEG-Chef vor, er habe bei seiner Flucht in die Türkei Daten von potenziellen Versicherungskunden mitgehen lassen. Diese sollen laut einem Bericht der HNA mehrere Millionen Euro wert sein und zur Konkursmasse seines ehemaligen Unternehmens gehören. Neben Göker muss sich auch ein weiterer ehemaliger Mitarbeiter des Unternehmens vor der 3. Strafkammer des LG Kassel verantworten.
Allerdings verweilt der 38-Jährige noch immer in der Türkei und wird nach Angaben seines Verteidigers nicht vor Gericht erscheinen. Dabei zweifelt der Jurist nicht nur die ordnungsgemäße Ladung vor Gericht an. Weiterhin beklagt er eine "fortlaufende öffentliche Vorverurteilung" seines Mandaten, so dass er keine Chance auf ein unvoreingenommenes Verfahren sehe. Dafür mitverantwortlich seien auch die Haftbefehle, "die ohne nachvollziehbaren Grund" erlassen worden sein.
Für den Prozess selbst sind derzeit fünf Verhandlungstage angesetzt. Ob es hingegen zu einer Verurteilung kommt, ist offen. (vwh/td)
Bild: Mehmet Göker (Quelle: dpa)
Mehmet Göker
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