Politik & Regulierung

Unfallforscher fordern Sturm-Fahrverbot für leichte LKW

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Leicht-LKW werden bei Sturm zur tödlichen Gefahr. In Gosforth (Großbritannien) wurde kürzlich ein Leichtgespann bei Sturm von der Straße geweht, was für den Fahrer tödlich endete. Experten der Unfallforschung der Versicherer (UDV) fordern daher bereits ein Sturm-Fahrverbot für leichte Lastwagen - und zwar ab Windstärke acht.
Leicht-LKW-Kombinationen, also Zugfahrzeug unter 7,5 Tonnen mit Anhänger, die zusammen unter zwölf Tonnen bleiben, sind gerade unbeladen bei heftigem Wind extrem umsturzgefährdet. Diese Fahrzeuge sind aber fatalerweise sehr beliebt, denn sie können mit Planenaufbauten auf eine Gesamtlänge von 18,75 Meter bei vier Meter Höhe ausgebaut werden und mit dem alten Führerschein Klasse 3 gelenkt werden.
Besonders für sperrige Baustoffe werden die Fahrzeuge häufig genutzt. Aufgrund fehlender Masse sind sie sehr windaffin. Bei schweren LKW-Zügen ist Seitenwind in nur drei Prozent der Unfälle ursächlich, bei den leichten Kombinationen sind es zwölf Prozent. In dieser Grafik des UDV kann die Korrelation zwischen Stürmen und Unfällen nachvollzogen werden.

Autobahnen als Gefahrenort

Der UDV hat in der Studie festgestellt, dass Unfälle mit Umstürzen "fast ausnahmslos" auf Autobahnen oder Landstraßen geschieht, also an Strecken ohne seitlichen Pflanzenbewuchs. In 60 Prozent der Fälle war die Kombination unbeladen. Dass die Leicht-LKW durch Seitenwind windanfälliger sind als ihre großen Brüder "wurde sowohl durch Analysen des Unfallgeschehens als auch mittels rechnerischer Simulation bestätigt." Zudem stehe die zeitliche Häufung solcher Ereignisse "im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Auftreten von Stürmen".
Die Forderung
Da es keine "wirksamen technischen Lösungen" gebe müssten die leichten LKW bei angekündigtem Sturm, spätestens ab Windstärke neun, abgestellt werden. Angesichts der Seltenheit von Stürmen sei diese Maßnahme "zu vertreten", so die Studie.
UDV-Experte Siegfried Brockmann geht sogar noch weiter und fordert laut Focus: "Leicht-LKW müssen unbeladen ab Windstärke 7 und beladen ab Windstärke 8 stehen bleiben. (vwh/mv)
Bild: leichter LKW (Quelle: Dirk Grote / www.pixelio.de / PIXELIO)
GDV · Studie · UDV · LKW
Auch interessant
Zurück
05.09.2018VWheute
Helvetia trotzt Natur­ka­ta­stro­phen und schreibt mehr Gewinn Die Schweizer Helvetia-Gruppe hat im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres mehr…
Helvetia trotzt Natur­ka­ta­stro­phen und schreibt mehr Gewinn
Die Schweizer Helvetia-Gruppe hat im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres mehr Gewinn gemacht und mehr Prämien eingenommen. Allerdings lag der Überschuss wegen höherer kosten durch Natuskatastrophen sowie …
05.09.2018VWheute
LKW fährt in Versi­che­rungs­ge­bäude der Conti­nen­tale Ein tragischer Unfall in Hamburg Altona. Ein mit Lebensmitteln beladener Lastwagen ist …
LKW fährt in Versi­che­rungs­ge­bäude der Conti­nen­tale
Ein tragischer Unfall in Hamburg Altona. Ein mit Lebensmitteln beladener Lastwagen ist ungebremst in ein Haus gefahren, indem sich ein Kundenbüro der Continentale befindet. Der Fahrer starb nach einer Wiederbelebung an der …
29.08.2018VWheute
Helvetia Venture Fund steigt bei Alarm­plane.de ein Mittlerweile ist es fast so etwas wie ein guter, alter Brauch: Die monatliche Meldung, in welches …
Helvetia Venture Fund steigt bei Alarm­plane.de ein
Mittlerweile ist es fast so etwas wie ein guter, alter Brauch: Die monatliche Meldung, in welches Start-up der Helvetia Venture Fund investiert. Diesmal ist es das deutsche Start-up Alarmplane.de, das ein Alarmsystem für …
17.05.2018VWheute
Lkw-Kartell: Scha­den­er­satz in Milli­ar­den­höhe? Die juristische Aufarbeitung um da Lkw-Kartell könnte die betroffenen Hersteller teuer zu stehen …
Lkw-Kartell: Scha­den­er­satz in Milli­ar­den­höhe?
Die juristische Aufarbeitung um da Lkw-Kartell könnte die betroffenen Hersteller teuer zu stehen kommen. Laut Bundesverband Güterverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) können die betroffenen Transportunternehmen noch bis zum 30. …
Weiter