Politik & Regulierung

EU will gegen Trumps Strafzölle vorgehen – Versicherer warnen vor Handelskrieg

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Donald Trump will Strafzölle erheben. Gegen chinesische Alufolie schritt er bereits zur Tat, jetzt sollen wohl Aluminium und Stahl aus der EU folgen. Die Börsen erzittern, die EU plant bereits grimmig Gegenzölle, ist das der Beginn eines Handelskrieges? Die Versicherungswirtschaft warnt bereits vor den Folgen.
Eins ist sicher, an Donald Trumps Bereitschaft werden die Strafzölle nicht scheitern, wie er auf Twitter unmissverständlich klarstellt: "When a country (USA) is losing many billions of dollars on trade with virtually every country it does business with, trade wars are good, and easy to win. Example, when we are down $100 billion with a certain country and they get cute, don’t trade anymore – we win big. It’s easy!" Doch auch die Opponenten sind kampfbereit.
Der EU wird oft vorgeworfen, dass sie den Konflikt mit Amerika scheut. Davon ist momentan nichts zu spüren. Die EU kündigt Revanche an, wenn der Strafzoll von 25 Prozent wirklich kommen sollte. "Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie unsere Industrie durch unfaire Maßnahmen getroffen wird, die Tausende europäische Arbeitsplätze gefährden", kündigte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Donnerstagabend in Brüssel an. China äußerte sich in ähnlicher Weise.
Die deutsche Wirtschaft stellt sich auf die Seite der Politik. Die die EU dürfe nicht untätig bleiben und muss durch angedrohte Gegenmaßnahmen versuchen, den politischen Widerstand in den USA gegen den Protektionismus der Trump-Administration zu stärken. Denn vielleicht lasse sich so Ausmaß und Dauer der US-Strafzölle noch mindern, erklärt das Institut der deutschen Wirtschaft.
Die Folgen
Das Protektionismus oder gar ein Handelskrieg ist das schlimmstmögliche Szenario für die Wirtschaft. Thomas Langen, Vorsitzender der Kommission Kreditversicherung im GDV: "Wir erleben im Welthandel nach Jahrzehnten des wachsenden Freihandels eine Renaissance des Protektionismus. Neue Freihandelsabkommen liegen auf Eis, stattdessen schotten immer mehr Staaten ihre Märkte ab. In der Gesamtsicht auf die politischen Rahmenbedingungen zeigt der Anstieg der globalen politischen Unsicherheiten in vielen Weltregionen ein deutlich erhöhtes Risiko. Und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar. Das schwächt den Welthandel und gefährdet insbesondere die weitere Entwicklung der exportorientierten deutschen Wirtschaft. Gerade Stahl ist für den Wirtschaftsstandort Deutschland eine traditionell besonders wichtige Branche, die international stark vernetzt ist. So wird von den Einfuhrzöllen auch die Stahlverarbeitende US-Industrie selbst, wie beispielsweise die Autobranche und der Maschinenbau, betroffen sein."
Strafzölle könnten die Stahlindustrie in Deutschland in große Schwierigkeiten bringen, die seit Jahren mit Problemen zu kämpfen hat. In der Branche arbeiten rund 97.000 Beschäftigte.
(vwh/mv)
 
Bild: Aluminium (Quelle: Tim Reckmann / www.pixelio.de / PIXELIO
Grafik: Statista
GDV · EU · Protektionismus · Amerika · Strafzölle · Stahl
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