Politik & Regulierung

iHospital – Apple baut eigene Krankenhäuser

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Es tut sich was in Amerikas Gesundheitssystem. Nicht politisch, das System ist nach wie vor eines der teuersten der Welt und den Republikanern gelingt keine Reform. Die Großunternehmen nehmen die Sache jetzt selbst in die Hand. Nach JP Morgan, Amazon und dem Investor Warren Buffet greift jetzt Apple zur Selbsthilfe in Sachen Krankenversicherung.
Der Konzern gibt sich schweigsam zu den Zielen des Projektes, aber die Zeichen sind nicht zu übersehen. Apple will eigene Krankenhäuser für seine Mitarbeiter und deren Familien errichten, dazu wurde das Unternehmen AC Wellness Network gegründet. Bereits im Frühjahr sollen zwei Krankenhäuser errichtete werden, eines in Cupertino/Kalifornien, dem Stammsitz des Unternehmens, und eines "in der Nähe" des Erstgenannten. Weitere Gesundheitszentren sollen folgen.
Im Internet werden momentan Menschen gesucht, die die neuen Häuser bestücken, also medizinisches Fachpersonal und Krankenhaus-Spezialisten, einige arbeiten auch bereits am Konzept. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Apple denselben Weg gehen will wie Amazon, Warren Buffett und JP Morgan, die einen eigenen Krankenversicherter gründen wollen, um Gesundheitskosten zu sparen.

Selbstlos oder dollargetrieben

Böse Stimmen munkeln bereits, dass das Investment von Apple gar nicht primär darauf ausgelegt ist, den eigenen Mitarbeitern neben Angeboten wie Gratiskantinen und Fitnessstudio zusätzliche Annehmlichkeiten zu bieten. Die Kliniken sollen als Sammelstellen für Gesundheitsdaten dienen, um die eigenen Produkte im Bereich Gesundheit zu verbessern.Der Konzern hat nicht nur in die Apple Watch Gesundheits- und Fitnessdienste integriert, sondern arbeitet mit der Plattform "Health Kit" zusammen, um bessere Gesundheitsangebote zu entwickeln. Weiterhin wird gemeinsam mit der Stanford Universität zum Thema Gesundheit geforscht.
Die genauen Gründe für das Investment kennt nur Apple selbst, die Mitarbeiter werden sich über das neue Angebot sicher freuen. Da Amerika in vielen Bereichen, gerade bei technischen Entwicklungen, oft der Vorreiter ist, bleibt nur noch die Frage: Wann kommt das erste Debeka-Krankencenter? Das Know-how ist vorhanden und wenn man den jüngst präsentierten Zahlen der Koblenzer glauben darf, ist auch das nötige Kleingeld kein Problem. (vwh/mv)
Bild: erster Apple Store in Österreich (Quelle: Apple)
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