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Diesel-Fahrverbot, der GDV klärt die wichtigsten Fragen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Es war die Hammernachricht des noch jungen Jahres 2018: Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig erlaubt Fahrverbote für Dieselfahrzeuge. Welche Folgen das für die Versicherungswirtschaft und die Autofahrer hat, weiß niemand besser als der GDV. VWheute hat daher nachgefragt.
Blickt man in den Verlauf einiger Automobilforen, herrscht dort wegen des Fahrverbotes das reinste Chaos. Einige wollen ihren treuen Diesel lieber gestern als heute verkaufen, andere sorgen sich um den Versicherungsschutz und wieder andere wünschen den Autoherstellern, sehr diplomatisch ausgedrückt, nicht unbedingt das Beste. Zumindest bezüglich des Versicherungsschutzes kann der GDV beruhigen: "Der Versicherungsschutz bleibt bestehen – unabhängig davon, ob das Dieselfahrzeug die geltenden Abgasvorschriften erfüllt."
Wichtig ist etwas ganz anderes: "Entscheidend für die versicherungsrechtliche Bewertung ist die Frage, ob ein etwaiger Verstoß des Herstellers gegen Abgasvorschriften eine sogenannte Gefahrerhöhung ist", erklärt Tibor Pataki, Leiter Kraftfahrtversicherung im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. "Allein die Nichteinhaltung von Abgasvorschriften wird man wohl kaum als eine solche Gefahrerhöhung auffassen können", erläutert Pataki.
Das ist wichtig, denn mehr Gefahr gleich höherer Beitrag. Pataki führt aus: "Anders als zum Beispiel bei illegalem KFZ-Tuning, abgefahrenen Reifen oder defekten Bremsen würde das Risiko eines Unfalles dadurch nicht größer werden. Der Versicherungsschutz für den Halter, den Fahrer und für etwaige Unfallopfer bleibe daher in vollem Umfang bestehen."

Wohnen im Sperrbezirk

Ein Autofahrer muss sich auch nicht sorgen, wenn er in einem Bezirk mit Fahrverbot wohnt und ein unsauberes Diesel-Fahrzeug fährt. "Das Diesel-Fahrzeug ist nicht ,gefährlicher' im Sinne des Versicherungsrechts geworden, als es vor einem Fahrverbot war. Tatsächliche Auswirkungen auf den Versicherungsschutz gäbe es erst dann, wenn die Zulassungsbehörde die Zulassung eines konkreten Fahrzeugs widerruft und das Fahrzeug stilllegt. In einem solchen Fall dürfe das Fahrzeug überhaupt nicht mehr gefahren werden", fasst der GDV-Experte die Situation zusammen. (vwh/mv)
Bild: Bildquelle: Hans-Jürgen Spengemann / www.pixelio.de / PIXELIO
GDV · Kfz-Versicherung · Diesel · Fahverbote
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