Köpfe & Positionen

Wicke: "Stürme belasten Talanx mit über 900 Mio. Euro"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Jan Wicke ist kein Freund der EZB, beziffert Unwetterschäden und sieht die Talanx digital gut gerüstet. Der Vorstand der Talanx hat im Interview klare Aussagen zu unterschiedlichen Aspekten der Versicherungswelt getroffen, die aufhorchen lassen.
Die Geldpolitik der EZB verärgert den Vorstand, die EZB befände sich im "Weltrettermodus", bei jeder Krise werde Geld gedruckt. Dies würde allerdings die "Kapitalmärkte manipulieren und entmündigen" sowie ihre Kernfunktion, "nämlich die Bemessung von Knappheit durch den Preis", außer Kraft setzen. Da noch nicht klar sei, wie das System beendet werden soll, fühle er sich damit "nicht wohl." Sein Konzern habe sich allerdings darauf eingestellt, dass die Politik der EZB noch länger andauere. Unter anderem wurde ein Sparprogramm aufgelegt, damit würde das Unternehmen ab dem Jahr 2021 jährlich 240 Mio. Euro sparen.

Stürme kosten dreistellig

Die Kosten des Sturmes Frederike beziffert Wicke bei 13.000 Schäden auf circa 12. Mio. Euro "alleine für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland". Noch wesentlich heftiger schlugen die Stürme in Amerika zu Buche. Die Nettokosten des Konzerns lägen bei 900 Mio. Euro. Eine Möglichkeit um Kosten zu reduzieren, ist der Einsatz digitaler Technik. In diesem Bereich sieht Wicke die Talanx nach einiger Aufholarbeit "gut aufgestellt". Es gebe allerdings noch Bereiche, "in denen Nachholbedarf bestehe", beispielsweise bei älteren IT-Systemen.
Eine Senkung der Beiträge durch Digitalisierung sieht Wicke nicht. Ein Blick in die digital fortgeschrittenen Vereinigten Staaten zeige, dass die Preise nicht gesunken wären. Die Versicherer würden "Milliarden Dollar an die Suchmaschine Google zahlen, um im Internet gefunden zu werden".
Nichts gibt es bei der Digitalisierung umsonst, dass mussten auch die Mitarbeiter der Talanx lernen. Bis zum Jahr 2021 werden 930 von 5000 Stellen im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland abgebaut, bestätigt Wicke. Das sind 18,6 Prozent. (vwh/mv)
Bild: Jan Wicke (Quelle: Talanx)
Sturmschäden · Talanx · Digitalisierung · Jan Wicke
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