Politik & Regulierung

Dieselfahrverbot ist da – weniger Verkehrstote 2017

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Zwei neue Entwicklungen werden den KFZ-Markt beschäftigen: Das Dieselfahrverbot ist richterlich bestätigt und die Zahl der Verkehrstoten im Jahr 2017 sind veröffentlicht. Künftig wird entscheidend sein, was man tankt, bevor man in bestimmte Städte einfahren kann.
Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden: Fahrverbote sind grundsätzlich zulässig, wenn nur dadurch die Grenzwerte für gesundheitsschädliches Stickoxid (NOx) einzuhalten sind. Das ist eine herbe Schlappe für das autoindustriestarke Baden-Württemberg und das bevölkerungs- und damit autoreiche Nordrhein-Westfalen, die gegen bestehende Urteile von Verwaltungsgerichten Einspruch einlegten. Immerhin, der Vorsitzende Richter Andreas Korbmacher betonte, dass Fahrverbote verhältnismäßig sein müssten und nicht von jetzt auf gleich eingeführt werden dürfen. Es steht dennoch zu befürchten, dass einige Dieselfahrer bald nicht mehr in bestimmte Ballungsräume einfahren dürfen. Der Verkaufspreis der zwölf Millionen Dieselfahrzeuge dürfte erheblich fallen, denn wer bezahlt gutes Geld für ein Fahrzeug, das nicht überall Straßenzugang hat?
Profitieren könnte die Hersteller von E-Fahrzeugen, und zwar nicht nur im Personen-, sondern auch im Nahverkehr. In einer schwierigen Lage sind die Kommunen, sie tragen für die Einhaltung der Luftwerte die Verantwortung. Verhängen sie Fahrverbote, beschränken sie Pendler, Lieferunternehmen und Touristen, das kostet Geld. Verzichten sie auf Autobeschränkungen, drohen Prozesse wegen zu schlechter Luftwerte, was auch Geld kostet.

Was machen VW & Co

Ob die Autohersteller vom Fahrverbot profitieren, hängt davon ab, wie nachtragend die Kunden sind. Wenn die Dieselfahrer den Autokonzernen eine Mitschuld an den hohen Stickoxidwerten geben, wofür es sicherlich Hinweise gibt, dürfte ein erneuter Kauf dieser Marke bei den Kunden nicht sehr hoch im Kurs stehen. Die Autobauer müssten den Kunden mit Rabatten entgegenkommen, was teuer und aufwendig ist. An der Börse verloren Aktien von Autoherstellern erst einmal deutlich.
Der amtierende und der vorangegangene Verkehrsminister, Alexander Dobrindt und Peter Ramsauer (beide CSU), dürften nach dem Urteil erhebliche Schwierigkeiten haben, ihre in den letzten Jahren praktizierte gutmütige Haltung gegenüber den Autoherstellern zu rechtfertigen.
Was das Urteil für die Versicherungswirtschaft bedeutet, wird in den kommenden Tagen Thema auf VWheute sein.

Weniger Verkehrstote, weniger Verletzte

Im vergangenen 2017 starben in Deutschland 3.177 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren das 29 Getötete oder 0,9 Prozent weniger als im Jahr 2016. Das ist die niedrigste Zahl an Verkehrstoten seit Beginn der Statistik vor mehr als 60 Jahren. Auch die Zahl der Verletzten ging 2017 gegenüber dem Vorjahr zurück, und zwar um 2,1 Prozent auf rund 388.200 Personen.
Bild: Richtig Tanken (Quelle: Rainer Sturm / www.pixelio.de / PIXELIO
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